Kurz und bündig

+++6.2.+++

Gelbfieber: WHO empfiehlt Impfungen für ganz Brasilien

Wegen des sich weiter ausbreitenden Gelbfiebervirus empfiehlt das Centrum für Reisemedizin (CRM) jedem Brasilien-Reisenden eine vorbeugende Gelbfieberimpfung.  Hintergrund ist ein Ausbruch der Viruserkrankung mit mittlerweile 921 Fällen. Es gibt 161 bestätigte Krankheits-, 702 Verdachts- und 150 Todesfälle.

Die brasilianischen Behörden versuchen, den Ausbruch unter anderem durch Impfungen einzudämmen, und verteilen dazu 7,8 Millionen Impfstoffe in den Bundesstaaten Minas Gerais, Espirito Santo, Sao Paulo, Bahia und Rio de Janeiro. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Impfempfehlungen für Reisende verschärft. Waren bisher bestimmte Gebiete, zum Beispiel die Küstenstädte Rio de Janeiro, Sao Paulo, Salvador, Recife und Fortaleza von der Empfehlung ausgenommen, gilt sie nun landesweit, meldet die Pharmazeutische Zeitung.

Das Gelbfieber-Virus wird durch tag- und nachtaktive Stechmücken übertragen. Gelbfieber ist eine international meldepflichtige Krankheit.

 

Militär-Polizei streikt – 52 Tote

Streik mit schlimmen Folgen: Mindestens 52 Menschen wurden in den letzten drei Tagen in Vitória (Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Espírito Santo) getötet. In der 530 Kilometer nordöstlich von Rio de Janeiro gelegenen Stadt streikt die Militärpolizei seit dem vergangenen Samstag (4.), die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung und Investitionen in die Sicherheit. Die Behörden haben die Regierung um Hilfe gebeten, Brasília hat Armee-Einheiten in die Region entsandt, meldet der Nachrichtendienst Argencia Latinapress. Lokale Medien berichten demnach von einem Chaos. Verbrechen wie Mord, Raub und Diebstahl sind außer Kontrolle geraten.

+++12.12.+++

Sparkurs: Banco do Brasil schickt in den Vorruhestand

Die Banco do Brasil will sparen und schickt die Mitarbeiter in den Vorruhestand. Rund 9000 hätten bereits eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, meldet die Agencia Latinapress. Die älteste Bank Brasiliens und gemessen an der Bilanzsumme das größte Finanzinstitut Südamerikas hatte einen Umstrukturierungsplan vorgestellt, der unter anderem die landesweite Schließung von 402 Filialen und 31 Regional-Zentren vorsieht. Ebenfalls wurde ein Langzeit-Programm für den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet, von dem etwa 18.000 Arbeitnehmer (bis zu 16 % der Belegschaft) betroffen sein könnten.

 

 

+++24.11.+++

Zahl der Chikungunya-Fälle stark gestiegen

Die Zahl der Erkrankungen durch Chikungunya-Fieber hat in diesem Jahr dramatisch zugenommen. Es wurden bereits mehr als 251.000 Fälle registriert, wie das brasilianische Gesundheitsministerium mitteilte. Damit hat sich die Zahl der Fälle des von der Moskito-Art Aedes aegypti übertragenen Fiebers im zu Ende gehenden Jahr fast verzehnfacht – im Jahr 2015 waren es 26.435 Fälle. Die Zahl der Todesfälle stieg von 6 auf 138. Auch für 2017 wird eine Zunahme der Ansteckungen erwartet. Das Chikungunya-Fieber ist demnach in Brasilien noch weiter verbreitet als Zika.

 

+++21.11.+++

Etihad fliegt Südamerika ab März nicht mehr an

Etihad fliegt Südamerika im kommenden Jahr nicht mehr direkt an. Sie Strecke Abu Dhabi – São Paulo soll Ende März 2017 wieder eingestellt werden, teilt das Unternehmen mit. Die Wirtschaftskrise und die Abwertung des Real hätten dazu geführt, dass die Buchungen in den letzten Monaten stark rückläufig gewesen seien. Seit der Lancierung hat die Golfairline nach eigenen Angaben 460.000 Passagiere auf der Route transportiert. Sie wurde mit einem Airbus A340-600 geflogen. Etihad ist nicht aleine mit seiner Rückflugspolitik. Lufthansa hat die Flüge ab München nach São Paulo ebenfalls eingestellt und reduziert die Kapazität ab Frankfurt. Auch American Airlines, Air Canada, Air France, KLM, British Airways und Swiss haben in Brasilien abgebaut. Wer künftig nach Südamerika reisen will, muss in Rom von Etihad auf Alitalia umsteigen.

 

Brasiliens Wirtschaft kommt nicht in Schwung

Brasiliens Wirtschaft bleibt weiter ein Pflegefall. Die brasilianische Regierung hat sich nun skeptischer als bisher zur Wirtschaftsentwicklung geäußert. Man erwarte für das kommende Jahr nur noch ein Wachstum um ein Prozent, nach bisher vorhergesagten 1,6 Prozent, teilte das Finanzministerium am Montag mit. Der Internationale Währungsfonds geht sogar nur von einem Plus von 0,5 Prozent aus. Auch für das laufende Jahr äußerte sich die Regierung pessimistischer: 2016 dürfte die Wirtschaftsleistung um 3,5 Prozent schrumpfen.

 

+++20.11.+++

Cidade de Deus: Hubschrauber stürzt ab – vier Tote

Bei einem Hubschrauberabsturz in der Nähe der Favela Cidade de Deus im südwesten von Rio de Janeiro sind am Samstagabend vier Militärpolizisten ums Leben gekommen. Laut Medienberichten waren Auseinandersetzungen der Polizei mit Mitgliedern von Drogengangs vorausgegangen. Ob der Hubschrauber gar abgeschossen wurde, wie von einigen Medien bislang spekuliert wird, soll ermittelt werden. AmSonntag kam in dieser Hinsicht Entwarnung: Hinweise auf einen Abschuss konnten die Ermittler nicht feststellen. Nach dem Absturz wurden in der Nähe der Favela ebenfalls sieben Leichen gefunden. Offenbar sollen sie vorher gefoltert worden sein. Die Hintergründe werden ebenfalls zurzeit ermittelt.

 

+++19.11.+++

Düngerhersteller winkt goldene Zukunft

Der brasilianische Düngerhersteller Aguia Resources, ist laut den Analysten der Rohstoff-Webseite ‚The Next Mining‘ bestens aufgestellt, um eine Phosphatmonopolstellung einzunehmen. Obwohl Brasilien landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von über 175 Milliarden USD exportiert, produziert das Land selbst nicht ausreichend Phosphat, um die Inlandsnachfrage nach Dünger bedienen zu können und muss sogar 65 % des Düngerbedarfs importieren. Brasilien ist derzeit drittgrößter Düngemittelkonsument der Welt. Aguia befindet sich auf dem Weg zur Minengenehmigung. Die Umweltverträglichkeitsprüfung soll der Regionalregierung von Brasilien in Kürze vorgelegt werden. Bis zur Genehmigung werden schätzungsweise 6 bis 8 Monate vergehen. Sobald diese eingegangen ist, wird dem Unternehmen eine vorläufige Lizenz gewährt, womit das Projekt zur Bauphase vorangebracht werden kann.

 

+++17.11.+++

Salafisten wollen in Brasilien Fuß fassen

Die in Deutschland vor kurzem verbotene Salafisten-Organisation „Die wahre Religion“ streckt auf der Suche nach neuen Opfern die Fühler offenbar in Richtung Südamerika aus. Wie die Deutsche Welle berichtet, wurden Mitglieder in Südbrasilien mit ihrer PR-Offensive „Lies!“ (hier: „Leia!“) gesichtet. Sie sollen in der Fußgängerzone von Florianopolis, der Hauptstadt des Bundesstaats Santa Catarina aktiv sein. Der Organisation wird angelastet, gewaltbereite Salafisten für den Krieg des Islamischen Staates (IS) in Syrien zu rekrutieren.

 

+++11.11.+++

Syphilis verbreitet sich in Brasilien rasant

In den vergangenen fünf Jahren sind die Fälle von Syphilis in Brasilien von 1.200 auf über 65.000 gestiegen. Wie die Nachrichtenagentur Agencia Latina-Press berichtet, sprechen die Behörden bereits von einer Epidemie.2015 sollen 220 Babys im größten Land Lateinamerikas an der Infektionskrankheit gestorben sein. Ihre Mütter hatten sich während der Schwangerschaftinfiziert.

Die Syphilis wird hauptsächlich bei sexuellen Handlungen durch Schleimhautkontakt und ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen. Als Hauptgrund für das Ausbreiten der Syphilis in Brasilien nennen Wissenschaftler den Verzicht von Kondomen beim Geschlechtsverkehr – vor allem bei Jugendlichen im Teenageralter.

 

+++10.11.2016+++

Shell investiert in brasilianisches Tiefseeöl 10 Milliarden Dollar

Die Privatisierungsankündigung des neuen Präsidenten Michel Temer zeigen offenbar erste Wirkung. So hat der niederländische Ölkonzern Shell nun angekündigt auch in den kommenden Jahren umfangreich in Brasilien investieren zu wollen. Shell will mit den Investitionen vor allem an das schwieriger zu erschließende Tiefseeöl ran. Bis 2020 soll die Förderung so verdoppelt werden.

In den nächsten fünf Jahren wolle Shell 10 Milliarden USD in Brasilien investieren, heißt es im Konzern. Shell betreibt in Brasilien insgesamt 5.500 Tankstellen.

 

+++9.11.2016+++

Tectoy erwirbt Lizenz für SEGA Mega Drive

Comback eines Daddelklassikers: Die brasilianische Firma Tectoy hat die Lizenz des japanischen Videospielherstellers SEGA erhalten, um die 28 Jahre alte Videospielkonsole Mega Drive in Lizenz wiederzubeleben. Tectoy wird das Mega Drive in seiner Fabrik in Manaus herstellen und für 399 Reais vertreiben, für brasilianische Verhältnisse ein Schnäppchen. Denn importierte Elektronikartikel sind in Brasilien extrem teuer, wegen Importzöllen. Tectoy vertreibt Konsolen und Spiele und erstellte portugiesische Synchronfassungen her.. Im Jahr 2000 hatte SEGA die Produktion von Mega Drive beendet und war 2001 aus dem Markt komplett ausgestiegen.

 

VW investiert in Brasilien

Abgaskrise hin oder her, in Südamerika wird investiert. Volkswagen will rund sieben Milliarden Real (rd.2 Mrd. Euro) in die Entwicklung neuer Modelle in Brasilien. Das Geld soll bis 2020 investiert werden, sagte der Südamerika-Chef David Powels am Rande der São Paulo International Motor Show, die noch bis zum 20. November geht.

WV hat in Brasilien vier Werke und beschäftigt dort 18.000 Mitarbeiter. Produziert werden neun Pkw-Modelle. Der Absatz wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise ist schleppend. Laut Branchenverband Anfavea hatte VW in den ersten zehn Monaten 2016 151.326 Pkw verkauft. Das sind  39 Prozent weniger als im Vorjahr.

 

Brasilianisches Bier in roten Flaschen

Das Bier Skol Beats Secret wird künftig als erstes Getränk der Welt in einer Flasche aus rotem Glas auf den Markt kommen. Das gaben der Glashersteller O-l und der Getränkeabfüller Ambev am Rande der Fachmesse Brau Beviale 2016 bekannt, die noch bis 10. November in Nürnberg stattfindet. Das Bier in der roten Flasche soll sich optisch von der Konkurrenz abheben und kommt zunächst nur in Brasilien auf den Markt.

Seit dem ursprünglichen Skol Beats, das in Klarglas angeboten wurde, hat Ambev immer wieder neue Versionen herausgebracht, darunter die Sorten „Extreme“ in schwarzem Glas, „Senses“ in blauem Glas, „Spirit“ in grünem Glas und jetzt „Secret“ in Rot. Jede Sorte bietet unterschiedliche Aromen.

Owens-Illinois, Inc. (NYSE: OI) ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Hersteller von Glasverpackungen und Partner vieler global führender Lebensmittel- und Getränkemarken. Im Jahr 2015 erzielte O-I Einkünfte in Höhe von 6,2 Milliarden USD und beschäftigt 27.000 Menschen in 80 Werken in 23 Ländern. Das Unternehmen mit Hauptsitz im US-amerikanischen Perrysburg, Ohio.