Kategorie: Auge und Ohren

Besser spät als nie: Osterbesuch in der Megastadt Sao Paulo

Dieser Besuch kam spät. Wir hatten ihn lange vor uns hergeschoben, bewusst. Dass wir erst nach guten zwei Jahren in Brasilien wagten, uns Sao Paulo, die größte Stadt des Landes und wahrscheinlich ganz Sädamerikas anzuschauen, liegt auch in dem Respekt begründet, den wir gegenüber der Megacity hatten und noch immer haben. Klar, Rio ist schon…




Oh, la-la, willst du eine Pizza? Von salzig bis süß

Pizza, von der Unesco völlig zu recht in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen ist etwas Feines. Für uns hat der Öllappen (was sie im schlimmsten Falle ja auch sein kann) aber eine fast schon rituelle Bedeutung. Sie hilft, uns die Woche zu strukturieren, die Familie zusammen zu bringen und das Wochenende zu zelebrieren. Denn Pizza…




Grillen an Heiligabend und Ballermann in Buzios

Es gibt Tage, da fühlt man sich aus der Zeit gefallen. Heute etwa: Vor sieben Wochen bekamen die Kinder Sommerferien. Eine Woche vor Weihnachten. Seither ist so dermaßen viel passiert, dass ich schon gefragt wurde, ob ich auf diesem Blog überhaupt noch etwas schreiben würde. Und ehrlich gesagt fällt es mir schwer, die Gedanken zu…




Hagel am Titikakasee: Besuch bei den Uros

Puno am Titikakasee empfing uns ungastlich. Wenige Kilometer vor der 15.000-Einwohner-Stadt hatte sich am Himmel ein stattliches Gewitter zusammengebraut. Es blitzte und donnert und – graupelte. Binnen Minuten war rings um uns alles weiß. Das versetzte selbst den Mann in erstaunen, der uns abholte, um uns vom Busbahnhof zum Hotel zu bringen. Und das, obwohl…




Tiradentes: Barockes Idyll mit eigener Marionettenbühne

Kleine Stadt mit grünen Hügeln und ner großen gelben Kirch‘. Mit acht Straßen und auch Gleisen und nem Pferdekutsch’verkehr – so, frei nach dem Lummerlandlied der Augburger Puppenkiste kommt das brasilianische Städtchen Tiradentes daher. Warum das jetzt? Später dazu mehr. Ein romantischer Ort, ein Idyll an Kolonialstadt nur 450 Kilometer oder knapp sechs Busstunden von…




Curitiba: Bimmelbahn, Baumjohann und Lava Jato-Tribüne

Noch ganz am Anfang unserer Brasilienzeit traf ich Daniel. Daniel war Doktorand, oder ist es noch immer, war über hallorio gestolpert und hatte mir sogar über Facebook mitgeteilt, dass ihm die Texte gefielen. Ich war überrascht, kam ich mir doch manchmal wie der Besser-Wessi vor, der nur mault, alles kritisiert, alles besser weiß. So kam…




Ostern in Bahia: Dralle Damen und bunter Sand in kleinen Flaschen

Ein paar freie Tage – Ostern! Leider sind um die semana santa, die heilige Woche oder Karwoche, in Brasilien keine Ferienwochen gruppiert. Ein paar Tage von Gründonnerstag bis Ostersonntag müssen reichen. Auf, nach Salvador da Bahia. Mittwochnachmittag fällt bei Wiebke in der Schule der Hammer. Eine Viertelstunde später sitzen wir in Mauros Taxi gen Flughafen….




Ankunft in Buenos Aires: Vertraute, fremde Stadt

Mein erster physischer Kontakt mit Argentinien war im Dunkeln. Die Grenzer meinten es sehr genau. An der Seite des Schalters eine Kamera. Neutraler Blick, anschließend rechten Daumen scannen, Buenos dias, Argentina. Aus dem Terminal raus, laufe ich in eine Rauchwolke. Es roch wie früher, wenn ich in meiner Stammkneipe Ahorn in Rheinbach die Türe öffnete…




Seit gestern mache ich meine erste Wurmkur

Wer sich in einem Blog wie diesem ein gutes Stück weit in sein Leben hineinschauen lässt, sollte auch über sich selbst lachen können. Drum stört es mich auch nicht, wenn ihr jetzt gleich laut aufschreit „Wie eklig!“ oder „baaaah!!“ oder „ich muss kotzen!“ Wer zart besaitet ist, möge auf den nächsten Post warten. Es geht…




Küchenimprovisation: Grüne-Soße-Muckefuck

Wenn ich als Kind Vertreter meiner Großelterngeneration über die Nachkriegszeit reden hörte, begannen Sätze oft mit „Wir hatten ja nix…“. Klar, alles war kaputt, Nahrungsmittel knapp – da musste man improvisieren. Ein beliebtes Beispiel war der so genannte Muckefuck. Ein Ersatzstoff für Kaffee, den es schlicht nicht gab. Oder der legendäre Knollibrändi – ein Branntwein…