Achtung! Bulldozer Bolsonaro ist unterwegs!

Ja, lange nichts gelesen hier auf dem Blog. Aber keine Sorge, in nächster Zeit nehmen wir wieder Fahrt auf, ehe – auch das muss ich leider ankündigen – hallorio.de von Frühjahr 2021 an eingestellt wird.

Ja, die Zeit in Rio ist vorüber und einen Blog über Rio zu machen, genauer das Leben dort, ohne noch dort zu leben, wäre irgendwie fad. Doch, doch, ich schreibe noch hier und da über Brasilien und Südamerika, etwa für die Newsportale von 1und1. Kenne ich nicht! Doch, wetten? Einen Haufen Leute haben private Mailaccounts bei gmx.de oder web.de. Und die werden von 1und1 betrieben. Auf den Startseiten ist Euch sicher schon aufgefallen, dass dort jede Menge Nachrichten zu finden sind. Tja, und einen Teil dieser Nachrichten schreibe ich.

Die vergangenen Monate habe ich auch damit verbracht, ein Buch zu schreiben. Nahe gelegt hatten mir das schon viele. Doch es gab keinen Verlag, der etwas von einer Familie haben wollte, die sich durch den brasilianischen Alltag wühlt. War wohl nicht exotisch und nicht besonders genug. Machen ja viele. Okay, meinetwegen.

Darum habe ich mich mit einem Herren beschäftigt, der seit einiger Zeit Brasilien und auch die Welt in Atem hält. Wie die meisten wissen, regiert seit 1.1.2019 Jair Bolsonaro das größte Land Südamerikas. Seither wird auch wieder mehr über Brasilien berichtet – nur leider handelt es sich selten um guten Nachrichten. Brennende Regenwälder, Corona-Chaos, Kulturkampf gegen Links sind nur einige Schlagworte, die diesen Herren durch die ersten knapp 20 Monate Amtszeit begleiteten.

Und fast immer, wenn ich mich mit Leuten über die Situation dort unterhalte, läuft es auf einen Punkt hinaus: Den großen Zusammenhang. Wie konnte das eigentlich alles passieren und was ist passiert? Es war ja viel los: Krise, Amtsenthebung, Korruptionsermittlungen, ein E-Präsident im Knast und und und. Da kann man den Überblick verlieren.

Aber alles hängt irgendwie zusammen. Und genau das war mein Ansatz – zu schauen, woher Jair Bolsonaro eigentlich kam, sowohl politisch als auch persönlich. Wer ist dieser Typ und warum wusste er die Situation offenbar am besten zu nutzen?

Das habe ich aufgedröselt und aufgeschrieben. Das Ergebnis trägt nun den Titel „Bulldozer Bolsonaro – Wie ein Populist Brasilien ruiniert“ und erscheint ganz bald (Anfang August) im Christoph Links Verlag in Berlin.

Das klingt jetzt alles ganz nüchtern beschrieben – aber ich finde das alles schon ziemlich aufregend. Immerhin schreibt man nicht alle Tage ein Buch. Genauer: Es ist das Erste. Und man weiß ja, wie schwierig es normalerweise sein soll, einen Verlag zu finden.

Ich stieß auf den Verlag im vergangenen September. In einer kleinen Buchhandlung im Frankfurter Nordend war der brasilianische Schriftsteller Luiz Ruffato zu Gast. Mit Michael Kegler, seinem deutschen Übersetzer stellte er seine Werke vor.

Tags darauf schaute ich mir den Buchladen und sein Sortiment etwas genauer an und stieß da relativ schnell auf den Berliner Verlag, den Christoph Links Verlag. „Politische Sachbücher“ stand auf dessen Homepage. Das könnte doch passen, dachte ich und schrieb eine Mail, in der ich meine Themenidee, mehr war es zu dem Zeitpunkt praktisch nicht, umriss. Nach wenigen Minuten bekam ich eine Antwort. Weitere fünf Minuten später hatte ich den Verleger, Christoph Links, persönlich am Telefon und wir unterhielten uns über meine Idee.

Die schien ihm zu gefallen. Wir verabredeten uns, uns ein paar Wochen später im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse einmal persönlich kennenzulernen, zu treffen und uns natürlich etwas intensiver über das Projekt auszutauschen. Außerdem brauche er ein Exposé und eine Textprobe, um sich einen Eindruck zu bilden. Der Rest ist Geschichte.

Nun ist es fertig. Die letzte Zeile geschrieben, hoffentlich alle notwendigen Korrekturen gemacht, Überschriften ausgedacht, lektoriert, umgestellt… Nun warte ich ungeduldig auf den Erscheinungstermin, der im August, eventuell sogar noch einen Tick früher sein soll. Es passiert ja derzeit viel in Brasilien und das Buch soll ja möglichst aktuell sein.

Wer sich dafür interessiert:

Ihr bekommt es in jeder gut sortierten Buchhandlung. Oder man kann es Euch dort bestellen. Klar, der große Lieferdienst führt es auch. Aber denkt bitte an den lokalen Einzelhandel.

Für die Journalisten und Buchblogger unter Euch: Über die Pressestelle des Verlags kommt Ihr an Vorab-Rezensionsexemplare.

Ich habe keine Ahnung, wie das mit Lesungen funktioniert. Möglicherweise geht das auch über den Verlag. Wer aber lieber mit mir in Kontakt treten mag, geht natürlich auch. Einfach Mail an mich: a.noethen@gmx.de Ich komme übrigens überall hin und diskutiere mit Euch über das Buch, aber auch die Situation von Ort in Brasilien.

Auch Feedback, Anregungen und Kritik – sofern sachlich und nicht beleidigend – sind herzlich willkommen!

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