Feuer auf dem Trainingsgelände von Fußballclub Flamengo

Brasilien Bei einem Feuer auf dem Trainingsgelände des brasilianischen Fußballclubs CR Flamengo in Vargem Grande in der Westzone von Rio de Janeiro, sind am Morgen zehn Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer war gegen 5 Uhr am Morgen in einem Gebäude ausgebrochen, in dem auch Nachwuchsspieler der clubeigenen Akademie leben. Unter den Opfern sollen sechs Jugendspieler und vier Angestellte des Clubs sein. Drei weitere Nachwuchsspieler wurden zum Teil schwer verletzt. Sie wurden zur weiteren Behandlung in das Krankenhaus Lourenco Jorge in Barra da Tijuca bzw. in die Spezialklinik Pedro II. in Santa Cruz (Spezialklinik für Verbrennungsverletzungen) gebracht.

Wie das Feuer ausbrechen konnte, ist nach Angaben der Polizei und Feuerwehr ungeklärt. Glück im Unglück: Wegen eines schweren Unwetters, das in der Nacht zum Donnerstag in Rio de Janeiro niedergegangen war – und bei dem auch sechs Personen gestorben waren – hatte der Club die Trainings für Donnerstag und Freitag abgesagt. Aus diesem Grund waren einige Spieler, die aus der Nähe Rios stammen, zu ihren Familien nach Hause gefahren und nicht im Trainingszentrum. Das Trainingszentrum Ninho de Urubú befindet sich in der Westzone von Rio de Janeiro. Es wurde 2014 errichtet und wurde erst im vergangenen Jahr für die Profiabteilung des Clubs massiv erweitert.

Das für kommenden Samstag angesetzte Spiel gegen den Lokalrivalen Fluminense, das berühmte Derby Fla-Flu – als Halbfinale für die Bundesstaatsmeisterschaft Taca Guanabara – wurde zunächst einmal verschoben. Zahlreiche Clubs der Brasilierao, der brasilianischen ersten Liga, drückten ihre Solidarität und Mitgefühl mit dem Club und den Opfern aus, allen voran die Lokalrivalen aus Rio, Vasco da Gama, Botafogo und Fluminense.

Das Unglück weckt Erinnerungen an den Unfall der Fußballmannschaft von Chapecoense aus dem südlichen Bundesstaat Santa Catarina. Die Mannschaft war 2016 auf dem Weg zum Finalhinspiel im Pokalwettbewerb Copa Libertadores kurz vor der Ankunft in Kolumbien abgestürzt. Wie sich später herausstellte, war dem Flugzeug der Sprit ausgegangen. Die Fluggesellschaft hatte für die Strecke ein Flugzeug mit einer zu kurzen Reichweite eingesetzt. Die bolivialische Fluggesellschaft Lamia musste später Insolvenz anmelden.

Das Unglück erinnert auch an den Brand im Nationalmuseum im Stadtteil Quinta de Boa Vista. Es war in der Nacht zum 3. September komplett ausgebrannt. Wie sich dort später herausstellte, verfügte das Gebäude, der frühere Kaiserpalast, über keinen ausreichenden Brandschutz. Außerdem gab es kein ausreichendes Wasser auf den Hydranten in der Nähe des Gebäudes. So wurden die Löscharbeiten behindert.