DSGVO: Apokalypse now

So, nun ist sie da, diese merkwürdige Datenschutzverordnung (DSGVO), habt ihr sicher auch gehört. Alles, was nun im internet kreucht und fleucht muss seine seite nun zum Datenschutz-Fort-Knox ausbauen. Tolle Wurst.

Dass mit Daten allerhand Schindluder getrieben werden kann und auch wird – brauchen wir nicht drüber reden. Dass man es Leuten, die es rein auf das Abgreifen von Daten angelegt haben, so schwer wie möglich machen muss, an diese ranzukommen auch. Keine Frage. Vor allem bei gewerblichem Nutzen.

Aber es ist wie so oft: Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut. Ein Verordnungsungetüm musste her und bereitet Webseitenbetreibern seit zwei Jahren Kopfzerbrechen. Zuletzt umso mehr, denn die Übergangszeit von zwei Jahren endet nun. Und vorher hat sich einfach keine Sau drum gekümmert. Ich auch nicht.

Was muss man tun?

Nicht ganz. Vor einiger Zeit hatte ich die Like-Buttons for Facebook und Co. für Hallorio.de ausgetauscht, denn da hatte es auch mal ein Urteil gegeben. Die waren und sind nun sicher. Mit Persönlich ist das alles ein Graus. Ich habe mir nicht den Blog aufgemacht, weil ich ein Techniknerd bin, der nächtens seinen Rechner mit anderen vernetzt, Ballerspiele spielt, irgendwelche Plugins für irgendwas programmiert. Der Blog ist für mich Mittel zum Zweck. Ich will, dass man meine Texte (und zwar nur meine!) finden und lesen kann. Ich will, dass Freunde und Familie eine Chance haben zu erfahren, was wir machen, wie es und geht und wie wir das Ganze hier finden.

Dafür habe ich das. Ich will keinen Newsletter-Schnickschnack, will nichts verkaufen und am Ende will ich überhaupt nicht wissen, wer mit welcher Rechner-ID wann welchen Text angeschaut hat. Mir reicht völlig, wenn ich am Ende des Monats sehe, wie oft die Texte gesehen wurden, welche besonders häufig geklickt wurden. Bisserl was für’s Ego vielleicht. Ja, kann sein, so merkt man immerhin, dass man das nicht nur als Therapie betreibt. Ich sammle und speichere aber nichts, um den Leuten hinterher damit auf den Sack zu gehen. Wenn ich ein Feedback bekam – was gar nicht so oft vorkam – antwortete ich auch. Mehr nicht.

Nun also dieser Verordnungswust. Und echt Leute, um ein Haar hätte ich den Laden komplett dicht gemacht. Schweren Herzens zwar, aber immer noch besser, als von einem schmierigen Anwaltsbüro aufgestöbert und angeschwärzt zu werden, weil ich angeblich gegen irgendwelche Richtlinien verstoße.

. Ich hatte schon einmal einen teuren und intensiven Kontakt mit einem recht aggressiven Rechtsanwalt, allerdings ging es da um eine anders gelagerte Copyright-Geschichte. Trotzdem: Es kostete viel Zeit, Nerven und auch Geld, die Kuh vom Eis zu kriegen. Noch einmal habe ich darauf keine Böcke mehr. Dann lieber gar nicht.

Gute Tipps via Facebook

Zum Glück gibt es in meinem Facebook-Schwarm Menschen, die das bedeuert hätten, wäre Hallorio vom Netz gegangen. Aber vor allem tummelt sich dort jede Menge Sachverstand. Und so bekam ich jede Menge Tipps, wie ich denn datenschutzmäßig doch noch aufrüsten könnte. Hier schon mal Danke allen voran an Moritz Meyer, Rocco di Leo, Jörn und Luten.

Aus den vielen guten Tipps möchte ich hier einen hervorheben, den man auch ansteuern kann. Den Blog von Oliver Andrich aus Koblenz.

Ein paar hilfreiche Links gibt es am Textende). Ob das am Ende gereicht hat, kann niemand sagen. Mein Kollege und Hennes Redentor-Gründungsmitglied Thomas Fischermann von der Zeit machte den Test. Auch er hat eine Seite (hier der Link). Und um diese wasserdicht zu machen, ließ er sich von Fachanwälten beraten. Heraus kam ein lesenswerter Text, allerdings mit dem Ergebnis, dass das praktisch nach derzeitigem Stand unmöglich ist.

Ist das Wehklagen groß genug, schaltet sich die Politik ein. Politiker regten an, über eine überarbeitete Version der Verordnung nachzudenken. Immerhin sind noch zahlreiche Unklarheiten vorhanden, herrscht keine Rechtssicherheit. Das haben nun auch die obersten Datenschützer erkannt. Also nicht genaues weiß man nicht.

Also, was das nun für hier bedeutet:

  • Es geht doch weiter
  • Ihr könnt nicht nehr Kommentieren. Wer was mitteilen will schicke bitte eine Mail
  • Registrieren ist auch nicht mehr möglich
  • Werbung gab es eh nie
  • Auch keinen Webshop oder Affiliate-links. Das wird sich auch nicht ändern
  • Google Analytics wird nicht genutzt, nur ein WordPress Plugin
  • Eure IP-Adresse ist mir schnuppe und wird anonymisiert
  • Newsletter gab es nie, wird es nie geben
  • Impressum & Co wurden angepasst und entsprechen hoffentlich den Vorgaben

Alles, was unternommen wurde, wurde getan, um der DSGVO gerecht zu werden und wie gesagt: Nach bestem Wissen und Gewissen. Passt irgendwas nicht, ist das keine böse Absicht. Weist mich darauf hin und ich werde es ändern. Das gilt vor allem, bevor ihr mich abmahnt.