Doppelpremiere: Wiebkes erster Christstollen und Blogtext

Achtung, hier kommt eine Weltpremiere!  Wiebkes erster Text auf Hallorio kommt gerade richtig, zum 500.000 Seitenklick. Dabei geht es um das Backen von Christstollen in der deutschen Schule. Etwas skeptisch ist und war sie. Ich muss sagen: Ist ihr doch gut gelungen, der Text. Den Stollen durfte ich noch nicht probieren. Los geht’s!

Ich komme aus einer „Strudel“-Familie. D.h. in meiner Familie gab es zu Weihnachten Apfelstrudel – den böhmische Apfelstrudel aus dem dünnen Teig, nicht zu verwechseln mit dem aus Blätterteig! Meiner Freundin Marcela, Brasilianerin, habe ich versprochen, noch dieses Jahr einen Apfelstrudel zu backen. Aber vorher zeigte sie mir eine andere „deutsche“ Tradition – das Stollenbacken.

Die Mütter aus Ellas Klasse fanden es alle lustig, dass ich als Deutsche noch nie einen Stollen gebacken hatte. Dieses Jahr war es dann so weit. Jedes Jahr wird an der EAC das Stollenbacken für den Weihnachtsmarkt angeboten. Als ich den „Sala de Provas“ betrat, der Raum, in dem normalerweise die Klassenarbeiten geschrieben werden, staunte ich nicht schlecht: Die Tische waren zu einem Hufeisen angerichtet und auf jedem Tisch stand eine Tüte für jeden Teilnehmer.

Darin befanden sich alle Zutaten, die wir brauchten, liebevoll abgepackt: die Limonen (ok – es ist ein deutsch-brasilianischer Stollen), die in Rum (nicht Cachaca) eingelegten Rosinen, das Mehl, der Puderzucker, die Butterpakete und natürlich das Verpackungsmaterial: die weihnachtlichen Zellophantüten und die Schleifen!  Und dann ging es los! Jeder bekam sein Rezept (für mich auch extra auf Deutsch), und per Mikrofon und Beamer wurden die einzelnen Schritte gezeigt.

Marcela ist schon Profi. Seit neun Jahren backt sie schon den Stollen in der Schule. Und so stand sie mir mit Rat und Tat zur Seite, meinen ersten deutschen Stollen zu backen. Und so kneteten wir fröhlich unseren Teig… Jede Teilnehmerin muss drei Stollen formen. Damit sie alle nachher die gleiche Größe haben, bekamen wir extra ein Muster. Anschließend verpackte jede ihre Rohlinge, denn gebacken werde sie zu Hause und dann in der Schule wieder für den Verkauf auf den Weihnachtsmarkt abgegeben. Zum Abschluss gab es dann ein Glas Sekt und eine Kostprobe von einem Stollen.

Ich weiß zwar noch nicht, ob mir mein Stollen schmecken wird, aber trotzdem ist für mich klar, nächstes Jahr bin ich wieder mit dabei! Diesen Spaß möchte ich mir nicht entgehen lassen!

Und noch einen großen Dank an Marcela, Vivian und Fernanda: Obrigada meninas, vocês sao demais!