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Gelbfieber: Schnell mal in Buenos Aires impfen lassen

IMG-20170127-WA0003Bei knapp drei Wochen auf Achse fängt man vielleicht am besten hinten an zu erzählen. Der letzten Etappe – Buenos Aires. Was macht man mit einem halben Tag vor dem Rückflug in einer Metropole? Richtig: man besorgt sich eine Gelbfieberimpfung.

Ehrlich gesagt hatte ich die Nachrichten aus Brasilien ein wenig übersehen. So viele Gelbfieberfälle wie seit Jahrzehnten nicht mehr verzeichnet dort das Gesundheitssystem. Das Gesundheitsministerium habe in den letzten Wochen 272 Gelbfieber-Verdachtsfälle registriert, bis zu 71 Todesfälle seien auf die Virusinfektion zurückzuführen, berichtete das Portal „Folha de S. Paulo“, zitiert das Portal der Tagesschau.

71 Todesfälle auf 200 Millionen Einwohner sind sicher kein Grund für eine Panikreaktion. Doch einem erhöhten Risiko muss man sich ja nicht unnötig aussetzen. Zumal das Gelbfieber, anders als das Zika-Virus, deutlich heftiger daherkommt.

Die Krankheit äußert sich in den meisten Fällen mit Fieber, Übelkeit und Schmerzen und klingt nach einigen Tagen wieder ab. Manchmal kann es zu schweren, mitunter tödlich endenden Verläufen mit Leberschädigung, Entwicklung einer Gelbsucht und Störung der kommen. Laut WHO-Schätzungen erkranken jährlich 200.000 Personen daran, von denen 30.000 Personen an Gelbfieber sterben – 90 % der Infektionen sollen auf den afrikanischen Kontinent entfallen. Eine akute Impfempfehlung des Auswärtigen Amts gibt es bislang aber nicht.

Schon 70 Tote in Brasilien

Kurzer Kontakt mit der Kinderärztin. Auch sie empfiehlt, die Impfung, falls möglich, bereits in Argentinien machen zu lassen. Zwar habe die Regierung eine gewisse Anzahl Impfdosen geordert, doch könne es zu Engpässen kommen, befürchtet sie. Zumal der Staat ja auch bekanntlich pleite ist, angestellte Ärzte nicht bezahlt werden und die Brasilianer nicht die Meister der Organisation sind. Irgendwie überzeugte uns das.

Also mal schauen, wo man sich in Buenos Aires impfen kann. Anders als bei anderen Impfungen, kann die Gelbfieberimpfung nicht von einem Hausarzt gemacht werden. Es schien, als hätten wir Glück gehabt: Gleich 100 Meter neben unserem Hotel liegt das Deutsche Krankenhaus. Dort kann man sich impfen lassen.

Aber nur werktags von 13.30-14.30 Uhr. Als wir uns bis zur Abteilung durchgefragt hatten, war es bereits 14.45 Uhr. Pech. Doch Wiebke fand noch eine andere Stelle, irgendwo am Hafen, geöffnet ab 10 Uhr. Also für den nächsten Morgen mal nichts anderes vornehmen.

Um 10 Uhr sind wir dort. Circa 150 andere auch schon. Die Schlange reicht bereits vom Eingang um die Ecke des Gebäudes uns misst vielleicht 70 Meter. So ist es halt. Um sicherzugehen, dass wir auch wirklich eine Chance haben, geimpft zu werden, fragt Wiebke noch einmal ein paar Umstehende. Ein Ausweis sollte genügen.

IMG-20170127-WA0006Aber warum sollten die auch Deutsche impfen? Und auch noch umsonst? Wir werden sehen. Es geht halbwegs zügig voran. Die Zeit vertreiben wir uns mit einem neuen Spiel: Hauptstädte erraten. Alle warten geduldig. Schade, dass wir nicht in Brasilien sind. Dort hätte sich die Warteschlange schnell herumgesprochen. Innerhalb kurzer Zeit hätten sich dort Popcorn-, Getränke- und Süßkramhändler eingefunden.

Als wir um die Ecke sind, kommt ein Mann in Uniform und sammelt von den nächsten in der Warteschlange die Ausweise ein. Ein andere lässt eine abgezählte Anzahl Wartender in das Gebäude eintreten. Später sehen wir: Dort ist ein Warteraum. Es kommen nur so viele hinein, wie Sitzplätze da sind.

Dann kommt der Mann mit den Pässen wieder. Wer aufgerufen wird, darf in den Flur des Gebäudes. Dort sieht man dann auch, was mit den Pässen geschieht. Mit ihrer Hilfe werden von drei  Personen die Impfdokumente ausgefüllt. Sehr effizient. Sogar der Officer in Uniform hilft.

Oben links hängt ein Monitor. Wird der Namen dort angezeigt, darf man nach rechts in eines der Behandlungszimmer. Dort geht alles schnell. Desinfizieren, Spritze aufziehen, rein, fertig. Alles gut. Sogar die Dokumente sind, bi auf einen kleinen Tippfehler korrekt ausgefüllt. Dieser ist in zwei Minütchen behoben. Bestens.