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Kein Geld mehr für die Christusstatue

Die drei wirtschaftlich stärksten Bundesstaaten Minas Gerais, Sao Paolo und Rio de Janeiro haben ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt. Im Falle von Rio de Janeiro haben die Olympischen Spiele ein gewaltiges Loch in die Kasse gerissen. Gleichzeitig leidet die wichtigste Einnahmequelle, der Ölverkauf, nun schon sein einiger Zeit und der den niedrigen Ölpreisen und natürlich dem Korruptionsskandal um den Konzern Petrobras. Es wird gespart, wo es eigentlich nicht geht (Schulen, Krankenhäuser, Sicherheit). Und auch die Kultur ist betroffen.

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Teatro Municipal.

Im schicken Teatro Municipal hatte das Orchester noch für eine Opernaufführung geprobt. Seit einigen Wochen hat man die Musiker nach Hause geschickt, kein Geld mehr da. Museen schränken die Öffnunszeiten ein, oder schließen erst einmal ganz.

Und nun muss auch der die Christusstatue, das Symbol der Stadt hoch oben auf dem Corcovado die Finanzmisere mitauslöffeln. Erstmals seit vielen Jahrzehnten zahlt die Stadt keinen Zuschuss mehr für den Unterhalt der 30 Meter hohen Statue aus dem Jahr 1931. Jetzt muss die Erzdiözese Rio selber ran.

Fast fünf Millionen Reais (1,3 Mio. Euro etwa) für Wartung, Service und Bezahlung der etwa 30 Mitarbeiter müssen jetzt irgendwie anderweitig  aufgebracht werden, berichtet die Agencia Latinapress.

Ein Versuch ist die Kampagne „Freunde von Christus dem Erlöser“. Die Initiative richtet sich nicht nur an Gläubige, sondern auch an Unternehmer und Einwohner von Rio de Janeiro. Spenden können online oder über eine Einzahlung getätigt werden. Für den Erzbischof von Rio, Kardinal Orani Tempesta, ist die Kampagne eine Möglichkeit zur Erhaltung des zu den „Neuen Sieben Weltwundern“ zählenden Bauwerks.

Etwa drei Millionen Menschen besuchen die Christusstatue pro Jahr. Obwohl die Statue im Tijuca-Nationalpark im Südteil der Stadt steht, erhält die Erzdiozöse nach eigenen Angaben „keinen Cent“ von den Einnahmen der Parkverwaltung. Vielleicht könnte man ja auch über die Einführung eines Cristo-Solis in Höhe von einem Real erheben, der auf die Eintrittskarte, derzeit 24 Reais, aufgeschlagen wird. Den Touristen, die nach wie vor in Massen hinaufgondeln, sollte es das sicherlich wert sein.