Mannschaft von FC Chapecoense stirbt bei Flugzeugabsturz

Tragisches Ende einer erfolgreichen Saison. Die Kicker des südbrasilianischen Fußballclubs FC Chapecoense waren auf dem Weg zum Saisonhöhepunkt: Dem Finalhinspiel um die Copa Sul-Americana (vergleichbar mit der Europa League) beim kolumbianischen Vertreter Atlético Nacional de Colombia in Medellin. Doch die Mannschaft kam nicht an. Ihr Flugzeug verunglückte, 76 der 81 Passagiere der Maschine starben.

Die Maschine vom Typ Avro RJ85 der bolivianischen Fluggesellschaft  Lamia (Flugnummer TT2933) war in der Nacht zum heutige Mittwoch kurz vor dem Ziel, dem Flughafen Medellin abgestürzt. Die genaue Ursache war zunächst noch ungeklärt. Die Piloten  ein technisches Problem gemeldet haben. Zwei Tage nach der Katastrophe steht fest: Es gab kein technisches Versagen. Die Maschine hatte schlicht keinen Sprit mehr. Damit bestätigte sich die Ahnung von Experten. Sie hatten zunächst spekuliert, dem Flugzeug könnte das Benzin ausgegangen sein, da die zurückzulegende Entfernung am oberen Rand der Reichweite des Flugzeugs gelegen habe. Man hätte es also wissen und vermeiden können.

Sechs Passagiere überlebten zunächst den Absturz. Eine verstarb jedoch auf dem Weg ins Krankenhaus. Unter den Überlebenden soll der Torhüter der Mannschaft, Jackson Follmann, sein sowie Alan Ruschel. Bittere Nachricht für den überlebenden Torhüter: Wie das Magazin Veja besichtet habe das Krankenhaus, das Hospital San Vicente Fundación de Rionegro, am Nachmittag bestätigt, dass dem Torhüter das rechte Bein amputiert werden muss. Die Operation sollte noch amselben Abend erfolgen.

Nach Behördenmitteilung hatte man gegen 3 Uhr mit den Bergungsarbeiten begonnen. Diese würden jedoch durch Regen und Kälte erschwert.

Das Endspiel war für den morgigen Mittwoch, 30. November, geplant, das Rückspiel für den 7. Dezember. Über den Nachrichtendienst Twitter und den Hashtag #ForçaChape drückten viele Fans ihr Entsetzen und ihr Mitgefühl mit den Angehörigen und Opfern des Unglücks aus. Die Internetseite des Club brach zwischenzeitlich zusammen. Die Mannschaft von Real Madrid legte beim Training eine Schweigeminute ein.

Die Saison in der brasilianischen Serie A war für den Club aus dem Bundesstaat Santa Catarina recht erfolgreich verlaufen. Zwar hatte man am vergangenen Sonntag noch das lletzte Saisonspiel gegen den neuen Meister Palmeiras mit dem Ex-Leverkusener Zé Roberto 1:0 verloren, insgesamt rangierte die Mannschaft, die erst 2013 in die Serie A aufgestiegen war, auf einem ordentlichen 9. Platz. Und damit noch vor Traditionsklubs wie FC Sao Paolo oder Fluminense.

Mit dem Erreichen des Endspiels  vor fünf Tagen wollte das Team die beste Saison der noch jungen Vereinsgeschichte krönen. Der FC Chapecoense, für den auch der frühere deutsche Nationalspieler Paolo Rink in den 90er-Jahren eine Saison lang kickte, war erst 1973 aus der Fusion zweier Clubs entstanden.

Es ist nicht der erste Flugzeugabsturz, bei dem eine ganze Fußballmannschaft ums Leben kam. Im April 1993 verunglückte die Nationalmannschaft von Samia bei einem Zwischenstopp. Die Mannschaft war auf dem Rückweg von einem WM-Qualifikationsspiel in Senegal.

Im Dezemberstürzte ein Flugzeug der peruanischen Marie vor der Hauptstadt Lima ins Meer. 43 Menschen starben, darunter auch 15 Spieler der Mannschaft von Alianza Lima.

Im Oktober1972 zerschellte ein Flugzeug aus Uruguay an einem Berg in den Anden. An Bord damals waren 40 Spieler einer Rugbymannschaft aus Montevideo. Nach 10 Wochen konnten Rettungskräfte 16 Überlebende bergen. Sie hatten überlebt, weil sie teilweise ihre Mitspieler aufgegessen hatten.

Eine Kirchturmspitze wurde einem Flugzeug 1949 zum Verhängnis. In ihm reiste die Mannschaft des FC Turin von einem Spiel in Lissabon in die Heimat zurück. Das Flugzeug streifte den Kirchturm und stürzte ab. 31 Menschen starben, darunter 15 Spieler.

 

 

Aktualisiert: Absatz 3, 29. November 2016, 20.37 Uhr.

Absatz 2, 2. Dezember 2016, 6.55 Uhr.