FC-Fanclub „Hennes Redentor“ schließt klaffende Lücke

Jetzt habe ich es doch gemacht. Ein Punkt auf meiner imaginären To-Do-Liste während unserer Zeit hier, ist die ganze Zeit gewesen, einen Fanclub des1. FC Köln in Rio zu gründen. Denn zum einen heißt es ja in der Zeile 3 der Hymne, dass es auch in Rio FC-Fans gibt. Das hatten die Höhner seinerzeit einfach so behauptet und da ist auch was dran, ein paar Sympathisanten konnte ich schon ausmachen. Offiziell auf der Seite des FC gab es da aber noch nichts. Fans also ja, organisiert bislang noch nicht.

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Diese Lücke ist nun geschlossen. Zumindest inoffiziell. Denn ob aus dem „Ersten 1. FC Köln Fanclub Hennes Redentor/Rio de Janeiro“ ein offizieller FC-Fanclub wird, wird sich zeigen. Bislang sehe ich darin, außer einer Verlinkung von der offiziellen FC-Seite wenig Vorteil. Eher Nachteile im Sinn von Kosten, wiederum auch überschaubar. Um einen offiziellen Fanclub gründen zu können, muss wenigstens ein Fanclub-Mitglied gleichzeitig Mitglied des 1. FC Köln sein. Dafür gibt es dann ein Geißbock-Echo und man kommt einfacher an Karten ran. Ob ersteres auch in Brasilien zugestellt würde –da bin ich skeptisch. Und ob ich in nächster Zeit ein Heim- oder Pokalspiel besuchen werde, da bin ich auch eher skeptisch. Vielleicht überlegen wir mal, wenn die Europa- oder Champions League erreicht wird (ich höre schon das Gejaule!).

Doch Spaß beiseite. Fangen wir doch erstmal gaaanz langsam an. Braucht es eine Vereinssatzung? Wozu? Ein Vereinslokal wäre schon besser, mindestens eines, in dem Eisenbahn-Kölsch ausgeschenkt wird, im Optimalfall mit Bundesliga-Übertragung. Letzteres ist wiederum die nächste Challenge. Als Gründungsdatum, hochoffiziell, ist der 11.11.16 angedacht.

Ich erzählte Hugo und Anne von meiner Idee. Beide sind ebenfalls FC-Fans, wohnen ein paar Kilometerchen entfernt im schönen Florianopolis und waren natürlich leicht zu begeistern. Kennengelernt hatten wir uns übrigens über Facebook. Anne hatte unvorsichtigerweise ein Foto besagten Kölschgetränks gepostet – so kamen wir ins Gespräch. Vom Kölsch ist es bekanntlich nicht weit zum FC und so ergab das Eine das Andere. Am Ende stellte sich heraus, dass beide ein paar Tage später auf dem Heimflug nach Deutschland einen längeren Stop-Over in Rio einlegen mussten. Ich stockte vorsichtshalber die Biervorräte auf.

Und was soll der Driss nun? Nicht. Spaß an der Freude, ein Selbstzweck. Kein tieferer Sinn dahinter. Der Fanclub ist jetzt einfach da. Schauen wir doch mal, was passiert und wie sich das entwickelt.

Vielleicht verirren sich andere FC-Fans nach Rio (soll es ja geben), zu Besuch – dann könnte man gemeinsam ein Bierchen trinken, ins Stadion gehen oder sonstwas unternehmen. Ein paar waren schon da, während Olympia. Auf der Aveniva Atlantica begrüsste mich einer etwas zaghaft mit einer DIN-A-4-großen Vereinsfahne. Ein anderer sah mein Trikot, sprach michkurz drauf an und verschwand anschließend im Presseeingang.

Und vielleicht lässt sich ja auch für alle Seiten was drauf machen – Rio ist immerhin Partnerstadt von Köln, da sollte doch was gehen. Vielleicht ein Benefizkonzert der Bläck Fööss an der Copacabana? Na, dann wahrscheinlich doch eher Champions League.

Mitmachen kann übrigens jeder, auch bekehrte Leverkusener (sofern resozialisierbar, hehe) oder Gladbacher. Kostet nix. Mehr Info bei Facebook.