Kindergeburtstag: Nun sind wir an der Reihe

Nun sind wir an der Reihe. In ein paar Tagen feiern Edgar und Ella Geburtstag. Der Kindergeburtstag steht an. Ich gebe zu: Wir sind nervös und ich fühle mich auch ein wenig unter Zugzwang. Schließlich haben wir ja schon allerhand erleben dürften, wie in Brasilien Kindergeburtstag gefeiert wird: Im Spiel- und Feierhaus, mit rosa Strechlimousine, Pyjamaparty und gewaltigem Churrasco am nächsten Tag. Was erwarten die Leute nun von uns?

Wir sind zum Glück in einer komfortablen Situation. Wir sind die Ausländer. Wir haben die Bräuche hier zwar nun kennengelernt, aber müssen uns dem ja nicht zwangsläufig beugen. Da genießen wir ein Stück weit Narrenfreiheit. Drum haben wir beschlossen, einen ganz normalen deutschen Kindergeburtstag zu feiern. Schließlich gehen wir ja auch auf eine deutsche Schule und wollen deutsche Alltagskultur vermitteln – missao culturao, kulturelle Mission, steht ja sogar in unserem Visum genau so drin.

Aber ganz ohne Anpassung geht es auch nicht. Wir haben, wie bei den anderen Geburtstagen auch meist, die ganze Klasse der beiden eingeladen. Plus Eltern.

Deutscher Kindergeburtstag das bedeutet in erster Linie: Es gibt selbstgebackene Kuchen, die zu Beginn der Party gegessen werden und nicht erst am Ende. Um aber ganz sicher zu gehen, haben wir auf die Einladung (geschrieben auf Deutsch und Englisch) darauf hingewiesen, dass dies nicht bedeutet, dass die Party nach dem Kuchen beendet ist. Danach wird erst einmal gespielt. Kinderolympiade haben sich Ella und Edgar gewünscht – ein paar Spiele haben wir uns schon überlegt. Wer aber das nun liest und eine tolle Idee hat – herzlich gerne! Ab damit in das Kommentarfeld, bitte!

Wegen der vielen Leute weichen wir auf die Räume der deutschen katholischen Gemeinde St. Bonifatius aus. Da gibt es einen hübschen, teilweise überdachten Innenhof, da läuft uns niemand weg.

Essen und Trinken? Ganz wichtig und typische deutsch, eben. Also kleine Frikadellen und Schnitzelchen wird es geben, dazu Kartoffel- und Nudelsalat, ggf. noch Krautsalat. Feddich. ZumTrinken setzen wir auf den Klassiker Apfelschorle bzw. Bier für die Eltern. Und für zwischendurch haben wir uns auf Curacao mit allerlei Haribo-Zeug eingedeckt. Klingt doch eigentlich nicht so verkehrt. Bin nur mal gespannt, wie das die anderen Kinder und Eltern finden.