Kein Gag: Caipirinha kann für Verbrennungen sorgen

Sonne, Strand und Caipirinha – das perfekte Olympia-Kontrastprogramm. Aber Vorsicht: Bei Getränken mit hohem Limetten- oder Zitronensaftanteil sollte man gerade in der Sonne am Strand höllisch aufpassen. Es drohen ganz ordentliche Verbrennungen.

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So dürfte man ziemlich viel verschütten, von dem guten Caipirinha.

Manchmal geht es am Strand zu, wie auf einem Basar. Von allen Seiten ziehen Händler vorbei und verkaufen alles, was man am Strand so braucht: Cangas, Sonnenmilch, Garnelen am Spieß (Finger weg!), gegrillten Käse mit Oregano (her damit!), die berühmten Globo-Kekse (gibt es in süß uns salzig, kosten 2 Reais die Packung, Schmecken wie PU-Schaum) und allerlei Arten von Getränken.

Das ganze passiert lautstark. Denn nur, wer gehört wird, kann auch was verkaufen. Außerdem sind die meisten Strandbesucher durch kunstvolles Sonnenmilchverteilen (niemand kann das eleganter als die Cariocas) oder ihr Handy abgelenkt.

Natürlich gibt es auch allerhand Getränke: Wasser, Limo, Mate (gesprochen Mahtsch, eine Art übersüsster Eistee), Bier oder Caipiriiiiinha oder Caipivod, die in großen Pappbechern in allen möglichen Farben hin und her getragen werden.

Letzterer macht nicht nur schön beduselt, er kann auch zur Verbrennungen führen, wenn man sich etwas davon aus Versehen über Hände oder den Arm kippt.

Der Grund für die schweren Verbrennungen: Die in Limetten enthaltene Zitronensäure macht die Haut extrem empfindlich für ultraviolette Strahlen. Mediziner nennen dies Phytophotodermatitis.  Dadurch entstandene Verbrennungen werden auch „Lime Disease“ (Limettenkrankheit) oder „Margarita-Dermatitis“ genannt. Dieselbe Gefahr besteht, wenn Zitronensaft auf die Haut gelangt und der betroffene Körperteil der Sonne ausgesetzt ist.

Die Symptome entstehen erst rund 24 Stunden nach dem Kontakt und können bis zu richtigen Brandblasen ausweisen.

Interessanterweise gibt es etliche Internetseiten, die dafür Werben, Zitronensaft als Hausmittel zum bleichen der Haare zu verwenden. Aber dann bitteschön auch im Schatten trocknen lassen.

Besser: Nicht zu viele Caipirinhas in der Sonne schlürfen und die Brühe am besten nicht über den Kopf oder die Haut kippen, sondern innerlich anwenden. Oder den Zitronensaft gemischt mit Olivenöl NACH dem Sonnenbad auftragen, wenn ihr nach dem fünften Caipirinha eingepennt sein, ohne euch einzucremen. Dann habt ihr nämlich sauberen Sonnenbrand.