Reisen: Wie kritisch soll und muss man sein?

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Bootstour in Cabo Frio. Würde ich nicht nochmal machen.

Blogparade. Nie gehört?  Ich bislang auch nicht. Der Begriff beschreibt ein Potpourri an Beiträgen zu einem fest umrissenen Thema, quasi eine Art Expertenrunde, wenn man so will. Als Dank gibt es einen Link vom aufrufenden Blog und natürlich jede Menge Traffic.

Na gut, probieren wir das mal aus. Bloggerin Anuschka stellte eine durchaus interessante Frage in den Raum:

Es geht darum, sich mal kritisch mit seinen Reisen auseinanderzusetzen. Nach dem Motto: Soll ich wirklich auf diesem Elefanten reiten, auch wenn ich sehe, dass es ihm hier nicht gut geht? Muss ich tatsächlich in den Seaworld-Park? Will ich in dieses Land reisen, wenn ich weiß, dass man dort nicht frei seine Meinung äußern darf, dass Frauen dort weniger Rechte haben, dass Kinder hungern?

Dazu kann man ja mal ruhig seine Meining sagen, finde ich.

Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres – Sommer, Sonne, Strand, Sorgen zu Hause lassen. Warum also sich mit ethischen Fragen im Bezug auf das Reisen auseinandersetzen?

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Besuch beim Cristo. Völlig überlaufen. Aber die Infrastruktur ist dafür ausgelegt.

Grundsätzlich sollte man schon so konsequent wie möglich sein. Nicht nur, was das Reisen anbetrifft, auch und vor allem im Alltag – immerhin sind das 50 oder 48 Wochen des Jahres – Müll sauber trennen, Energie sparen, intelligent sich bewegen, Lebensmitteleinkauf etc. Darauf versuchen wir schon zu achten, sind aber auch nicht päpstlicher als der Papst. Denn auch hier macht nicht alles, was common sense ist Sinn, aber das ist ein anderes Thema.

Grundsätzlich versuche ich auch rücksichtsvoll zu reisen. Ich muss sicher keine Trecking-Tour durch das Reservat der letzten 50 vom Aussterben bedrohten Borneo-Affen machen, aber es ist für mich schon wichtig, dass meine Kinder beispielsweise mit der Natur in Berührung kommen. Denn nur so lernen sie auch den respektvollen Umgang damit. Und es fängt mit kleinen Dingen doch schon an: Absperrungen respektieren, sich leise und rücksichtsvoll bewegen, Müll selbstverständlich mitnehmen, ggf. an geführten Touren teilnehmen, als auf eigene Faust durch die Botanik zu rumpeln. Würden sich alle Reisende und Urlauber daran halten, wäre schon viel gewonnen.

Wir gehen beispielsweise auch in Zoos und Tierparks. Da gibt es ja durchaus große Unterschiede. Attraktionen, bei denen aber Tier ganz offensichtlich leiden (der angesprochene Seaworld-Park gehört sicher dazu, aber mitunter auch ein Zirkus) meiden wir aber schon. Da muss man sich aber im Vorfeld schon ein wenig mit dem Reiseziel auseinandersetzen und nicht einfach das TUI-Paket buchen und fertig. Das erfordert Arbeit.

Für so manche Reise haben wir ein halbes Jahr vorher mit den Vorbereitungen begonnen. Für mich völlig selbstverständlich und Teil der Vorfreude. Aber auch notwendige Voraussetzung.

Auch hinterfragen wir durchaus auch die Länder, die als Reiseziel grundsätzlich infrage kommen. So würde ich zurzeit auf keinen Fall in die Türkei reisen und auch andere Länder sind erst einmal von der Reiseliste gestrichen. Aber das bedeutet nicht, dass totalitäre Staaten grundsätzlich ausscheiden. China steht beispielsweise definitiv auf der Liste.

Grundsätzlich gibt es in jedem Land Besonderheiten und nicht überall ist alles super. Massentourismus in Spanien, Griechenland, Tunesien? Hm. Aber natürlich spielt auch die politische Situation eine Rolle. Und da muss man sich selbst auch hinterfragen: In wie weit ist meine Sicht der Dinge auf die Situation vor Ort übertragbar?

Deshalb sollte man sich vorher gut informieren. Und vor Ort den Kontakt mit Einheimischen suchen und ruhig mit ihnen über die Dinge sprechen, die man problematisch findet. Denn das Reisen sollte zumindest für mich, mit einem gewissen Erkenntnisgewinn verbunden sein. Einfach abhängen am Strand oder Pool, abends Party in der Disse ist mein Ding nicht. Hat aber auch nichts mit Reisen zu tun, finde ich.

Die ganze Blogparade findet Ihr demnächst dann hier.