Olympia-Megastore: Copacabana wird zur Fanmeile

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Ganz schöner Klotz, der Megastore.

Die Avenida Atlantica, die im Stadtteil Copacaba entlang des Strandes verläuft, ist immer geschäftig. An Wochentagen rauscht dort der Verkehr. Sonntags gehört die Hälfte der vierspurigen Straße den Fußgängern, Joggern, Radfahrern und Gassigehern. Und während der Olympischen Spiele wird sich die Promenade in die inoffizielle olympische Fanmeile verwandeln.

Vergangenen Freitag öffnete dort der große Olympia-Megastore. Es ist der zweitgrößte, in dem Touristen und Sportfreunde sich mit offiziellen Olympia Devotionalien eindecken sollen. Der größte Megastore, wahrscheinlich dann der Super-Megastore, Superduper-Store oder Giga-Store, wird auf dem olypischen Gelände in Barra de Tijuca errichtet.

Avenida wird zum Jahrmarkt

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3000 verschiedene Produkte gibt es hier.

Auf dem Weg dorthin reihen sich normalerweise alle 50 Meter Kioske, Trinkbuden und Fressstände. Inzwischen haben sich die Lücken zwischen den Kiosken geschlossen. Fliegende Händler und Souvenirverkäufer haben sich ausgebreitet, verkaufen ihre Cangas, Pfeifen, Drahtskulpturen, Armbändchen, T-Shirts etc. Der breite gepflasterte Gehweg mit dem charakteristischen Wellenmuster, das einst Oskar Niemeyer entwarf, ist schon einen guten Monat vor Beginn der Spiele zum Jahrmarkt mutiert. Und auch auf dem Mittelstreifen der Avenida tummeln nicht nun Künstler und versuchen, ihre Bilder an Touristen zu verkaufen.

Irgendwo dazwischen ragt die Gerüstkonstruktion des Beachvolleyball-Stadions auf. Es sieht relativ fertig auf. Vereinzelte Bauarbeiter montieren die letzten der geplanten 12.000 Sitzschalen. Neben dem Stadion wird ebenfalls planiert. Offenbar entstehen dort weitere Plätze zum Einspielen und Aufwärmen. Der normale Badebetrieb muss auf diesen gut 250 Meter langen Stück ausweichen. Zum Wasser hin wurde ein Sandwall aufgeschüttet – als Erosionsschutz gegen die teilweise recht kräftig anbrandenden Wellen. Vor wenigen Tagen wurden hier übrigens Leichenteile angespült.

Interaktive Infotafeln

Interessant sind die Interaktiven Infotafeln. Dort kann man sogar ein Selfie von sich machen lassen und gleich per Mailadresse versenden. Aber ist das dann eigentlich noch ein Selfie? Hübsche Spielerei jedenfalls.

Irgendwann kommt man dann auch zum Megastore. Zu übersehen ist er nicht. Wie ein großes, gewölbtes Wies‘nzelt liegt er da, mit seinen 1.800 Quadratmetern Verkaufsfläche.

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Sogar „offiziellen“ Olympia-Wein und -Sekt. Prost!

Am Eingang erblicken wir eine Schlange. Kacke, anstellen wollen wir uns aber nicht. Doch Glück gehabt: Es handelt sich um eine Attraktion von Samsung. Mit einer interaktiven Brille kann man dort auf eine virtuelle Achterbahnfahrt gehen. Der eigentliche Eingang liegt weiter hinten, von Andrang ist dort nichts zu sehen. Auch im Innern hält sich der Trubel in Grenzen. Die Besucher verlaufen sich gegen 16 Uhr am Sonntagnachmittag fast im Zelt.

Rund 3.000 lizenzierte Produkte sind dort erhältlich. Die Preise sind für brasilianische Verhältnisse sportlich: T-Shirts kosten 80-100 Reais (Kinder) und 80-120 Reais (Erwachsene). Ein Euro ist zurzeit etwa 3,60 Reais. Bermudas 200 Reais. Fußbälle sind ebenso keine Schnäppchen (300 Reais) wie die Volleybälle (200 Reais).Alles keine wirklichen Schnäppchen. Und selbst die Badelatschen mit Olympia-Logo gibt es in jedem Supermarkt günstiger.

Sieger können mit dem offiziellen Olympiawein anstoßen zu 55 Reais die Pulle. Das zahltman für einen halbwegs trinkbaren Wein im Supermarkt allerdings auch. Sonnecreme ist sicher nicht verkehrt, wenn man in Rio ist (auch wenn die Spiele im Winter sind). Und natürlich gibt es Medaillen, Sammelmünzen, Pins, Kaffeebecher (40 Reais) Maskottchen (115 Reais) vom Wühltisch etc. Die meisten Neugierigen an diesem Nachmittag kommen jedoch nur zum gucken. Die Kassenzone, die ausschaut wie eine Sicherheitsschleuse am Flughafen ist gähnend leer. So richtig scheint der Olympiafunke noch nicht übergesprungen zu sein.

Der Shop ist bis 30. September täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet.