Amazon: Künftig bis zu 50 Euro Kontogebühr von Affiliate-Partnern

Wer bloggt, spielt irgendwann mit dem Gedanken, mit seinem Blog zumindest ein paar Euro verdienen zu wollen. Ein dankbares Tool sind Affiliate-Programme, etwa das von Amazon. Das Prinzip: Man verlinkt vom Blog auf Amazon. Geht ein Leser über diesen Link und kauft sogar was, bekommt der Blogger von Amazon Provision. Wenn überhaupt, kommen so ein paar Cent zusammen. Auch ich hatte mich vor einiger Zeit bei Amazon registriert, bislang aber keine Einnahmen erzielt. Nun bekam ich Post und die hatte es ich sich.

Amazon, der Logistiker der bekanntermaßen nicht zimperlich mit seinen Mitarbeitern umgeht, geht erneut auf diese los. Diesmal im Visier: Blogbetreiber, die das EU-Affiliate-Programm von Amazon nutzen, bzw. solche, die sicherheitshalber einen Account haben, diesen aber kaum oder gar nicht nutzen. Denn wer künftig, keine drei Jahre lang keine Werbekostenerstattung erwirtschaften konnte, muss künftig nach den drei Jahren monatlich 10 britische Pfund bzw. 10 Euro Kontoführungsgebühren bezahlen. Die Änderung tritt zum 1. Mai inkraft. Affiliate-Partner, die diese Regelung nicht akzeptieren wollen, müssen aktiv werden und widersprechen. Und das gleich mehrere Male.

Die Mail kam unscheinbar daher: „ Verzeichnis der Änderungen der Teilnahmebedingungen des EU-Partnerprogramms wirksam ab 1. Mai 2016“, lautete der Betreff. Der Inhalt hat es durchaus in sich, denn liest man nicht genau, können plötzlich für ein nicht genutztes Affiliate-Konto von Amazon Gebühren erhoben werden.

Bislang lautet der Passus:

„Wenn es zu irgendeinem Zeitpunkt für mindestens 3 Jahre keine wesentlichen Aktivitäten auf Ihrem Konto gibt, sind wir nach schriftlicher Mitteilung mit einer Frist von sieben (7) Tagen berechtigt, (i) Ihr inaktives Konto zu schließen und diese Teilnahmebedingungen zu kündigen und (ii) die aufgelaufene Werbekostenerstattung für Ihr inaktives Konto zurückzubehalten, bis zu einer maximalen Abschlusszurückbehaltung von 10 GBP, wenn Ihre Werbekostenerstattung aus Qualifizierten Bestellungen verdient wurde (…).“

 

Künftig heißt es:

„ Sie in den 3 Jahren vor einem bestimmten Kalendermonat keine Werbekostenerstattung verdient haben, kann Amazon Ihnen am 1. Tag des jeweiligen Kalendermonats eine Kontoführungsgebühr berechnen, die dann von Ihrer angefallenen aber noch nicht gezahlten Werbekostenerstattung abgezogen wird. Diese Kontoführungsgebühr beläuft sich auf Folgendes: (i) entweder 10 GBP, wenn Ihre Werbekostenerstattung durch Qualifizierte Bestellungen auf der britischen Amazon-Website angefallen ist, oder 10 EUR, wenn Ihre Werbekostenerstattung durch Qualifizierte Bestellungen auf der deutschen, der französischen, der italienischen oder der spanischen Amazon-Website verdient wurde.“

Im Klartext: Hat man sich für seinen Blog bei bis zu fünf Affiliate-Partnerprogrammen angemeldet – Amazon verlangt für jedes Land eine gesonderte Anmeldung, nun wissen wir warum – nutzt diese aber nicht, berechnet Amazon nach drei Jahren 50 Euro Kontoführungsgebühr.

Wer dieser Änderung widersprechen möchte, muss das aktiv über einen Link tun:

https://partnernet.amazon.de/gp/associates/contact

Doch damit nicht genug. Offenbar hat Amazon kein Interesse daran, die schlafenden Affiliate-Partner zu wecken oder zu informieren, denn mit dem formulierten Widerspruch ist es nicht getan. Mit Nachfassmails versucht man, die Partner bei der Stange zu halten. Schließlich kann man, ohne dass diesedas groß mitbekommen, leicht Geld verdienen.

In der Bestätigungsmail heißt es:

„Wir bedauern, dass Sie mit den Änderungen der Teilnahmebedingungen nicht einverstanden sind.

Uns ist natürlich bewusst, dass wir nicht allen Wünschen unserer Partner gerecht werden können. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl können wir allerdings keine Sondervereinbarungen mit Partnern treffen.

Wir würden uns jedoch sehr freuen, weiterhin mit Ihnen im Rahmen des Partnerprogramms zusammen arbeiten zu können. Dazu ist jedoch die Annahme der neuen Teilnahmebedingungen Voraussetzung.

Bitte teilen Sie uns kurz mit, wenn Sie an Ihrem Widerspruch festhalten – dann veranlassen wir die fristgerechte Schließung Ihres Partner-Kontos. Sollten Sie Ihren Widerspruch zurückziehen, brauchen Sie uns nicht mehr gesondert kontaktieren. In diesem Fall halten wir die Partnerschaft gerne weiter aufrecht.

partnernet.amazon.de/gp/associates/contact/

Wenn Sie von Ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen, wird Ihnen die Kündigung ebenfalls per E-Mail ordentlich mit einer Frist von 7 Tagen zugestellt werden.“

Unterschrieben von einem Herrn Thomas Göbel. Man muss also ein zweites Mal aktiv widersprechen, will man aus dem Affiliate-Programm raus. Seriös geht sicher anders.