Fotoausrüstung: Warum ich die Bridgekamera einer Spiegelreflex vorziehe

Ich reise gerne. Und ich fotografiere gerne. Nur: Ist man unterwegs, zählt beim Gepäck mitunter jedes Gramm bzw. möchte ich auch nicht unnötig viel Zeug mit herumschleppen. Zudem habe ich immer noch gerne einen Gewichtspuffer für Souvenirs. Als meine alte Kamera, eine Lumix, den Geist aufgab, stand ich vor der Frage: Spiegelreflex oder lieber was Kompaktes?

Aus meinem Beruf als Reporter wusste ich: Für 500 Euro kann man schon eine passable kompakte Spiegelreflexkamera kaufen. Nach oben gibt es da keine Grenzen. Aber es soll ja noch Geld zum verreisen bleiben. Dann vielleicht noch ein Teleobjektiv und ein Weitwinkel, externen Blitz und Stativ – und man hat nicht nur 1500 Euro schnell ausgegeben, sondern auch eine ziemlich ausladende und schwere Ausrüstung.

Deshalb entschied ich mich für eine Bridgekamera, die Panasonic Lumix DMC-FZ 62, seinerzeit knapp 300 Euro. Der Vorteil: Panasonic verwendet Optiken von Leica, bekanntlich nicht das Schlechteste. Die ist nicht nur relativ lichtempfindlich (2:8-5:2), sondern hat auch eine Brennweite, die alles, was man so braucht, abdeckt, bis zu einem 300mm Teleobjektiv, optisch, wohlgemerkt. Hinzu kommt ein vierfacher digitaler Zoom.

Blitz ist eingebaut, nicht stark, aber für normale Räume reicht es. Ich fotografiere viel über manuelle Einstellungen, deshalb ist der Blitz für mich nicht entscheidend. Und ist es ganz finster, lasse ich es. Für alle Fälle habe ich ein Stativ, ein Gorillapod mit beweglichen formbaren Beinen. Da lässt sich die Kamera für originelle Blickwinkel am Baumstamm, der Dachrinne oder sonstwo befestigen.

Für alle Fälle habe ich mir mal bei einem großen Versandhandel einen Ersatzakku bestellt. Leider habe ich am falschen Ende gespart. Das Teil von Patona kostete zwar auch nur die Hälfte, hat aber auch eine deutlich kürzere Ladungsdauer. Würde ich nicht nochmal kaufen, Fehlkauf. Ein Originalakku von Panasonic wäre schlauer gewesen.

Als Fototasche habe ich eine kleine von Lowepro. Da passt die Kamera gerade rein, ebenso der Akku. Sie hat auch ein kleines Fach für Ersatzspeicherkarten. Schönkompakt, fällt nicht auf, passt in den Rucksack.

Das ist eben der Nachteil an einem Spiegelreflex-Eumel. Nicht nur, dass man ständig sehr auffällig sein Equipment zur Schau trägt – ist man in heiklen Gebieten unterwegs, etwa in einer Favela, ist das – freundlich formuliert – unklug. Man wird zur idealen Zielscheibe. Bei Städtereise in Europa mag das nicht so kritisch sein, in manchen Ecken der Welt trägt man sein seine Fotoausrüstung aber besser nicht so offen zur Schau.

Als kleines Gimmick habe ich außerdem eine Quietschgelbe Nikon Coolpix für Kinder. Die ist stosssicher und vor allem wasserdicht – für nette Schnappschüsse am und im Wasser.

Alles in allem hat die Ausrüstung vielleicht 400 Euro gekostet – inklusive der SD-Karten. Ich habe immer mehrere dabei – 5-7 – meist 4, 8 oder maximal 16 GB. Größer ist unnötig und zu riskant. Verliert man eine, sind gleich viele Bilder weg. Ärgerlich! Lieber klein stückeln, regelmäßig wechseln und –ganz wichtig – sichern!

Tipp: Wer hin und wieder kleine Videosequenzen festhalten will, sollte darauf achten, dass die SD-Karten die nötige Schreibgeschwindigkeit haben. Grundsätzlich gilt: Je höher die Class-Angabe (eine kleine umkringelte Zahl auf der Vorderseite, es gibt von Class 2 bis 10) desto höher die Schreibgeschwindigkeit. Aber leider auch: desto teurer. Dennoch: Auch class10 SD-Karten sind inzwischen erschwinglich und die Investitionlohnt tatsächlich.

Zusätzlich auf einem USB-Stick hat sich bewährt, aber vor allem auf Google Drive, Google Foto, Dropbox oder sonstwo in der Cloud. Ist zwar auch lästig und zeitaufwendig, aber macht man es regelmäßig geht es und die Bilder sind save. Und: man kann von überall zugreifen.

Eine Taschenlampe, klein, LED ist nicht verkehrt, schließlich ist es manchmal doch recht dunkel. Ein Brillenputztuch aus Baumwolle ist auch dabei – für die Linse. Mehr braucht kein Mensch!

 

 

Zwei Dinge noch: Die Fotoausrüstung habe ich selbst gekauft, sie wurde mir nicht zur Verfügung gestellt zum testen. Zum anderen nützt das beste Equipment nichts, wenn man kein Auge für das Motiv hat.

Deshalb ein Buchtipp:

Michael Freeman, Der fotografische Blick – Bildkomposition und Gestaltung (Digital fotografieren),  Taschenbuch, 2007,ISBN-10: 3827242886, ISBN-13: 978-3827242884.

Laurie Excell, Bildkomposition, Vom Schnappschuss zum perfekten Bild, ISBN-10: 3827247241,ISBN-13: 978-3827247247, ca. 25 Euro.

 

Könnt Ihr ja beim Buchhändler um die Ecke bestellen. Geht genauso schnell wie Amazon und kostet auch nicht mehr.