Ardèche: Besucherzentrum macht Höhlenbilder zugänglich

Die Gegend war bislang vielen nur von der Durchreise bekannt, oder ein Ziel für Aktiv- und Nauturlauber – die Ardèche. Nun gibt es dort eine neue Attraktion für Touristen. Das Einzigartige möglichst vielen Menschen zugänglich machen und das dabei zugleich nicht zerstören – vor diesem Spagat stand man bislang bei der Chauvet-Höhle im kleinen französischen Ort Vallon-Pont-d’Arc in der französischen Ardèche, 60 Kilometer nordwestlich von Avignon.

1994 hatte dort ein Forscher durch Zufall die wohl ältesten und besterhaltendsten Höhlenmalereien der Menschheitsgeschichte entdeckt. So findet sich unter anderem ein 12 Meter breites Panorama, auf dem sich Pferde, Nashörner oder Löwen tummeln. Bislang hatten dazu nur Wissenschaftler und Ehrengäste zutritt. Nun können Besucher diese seltene und einzigartige Kulturstätte erleben. Seit 25. April hat dort das neu gebaute Besucherzentrum geöffnet.
Gegossen aus vielen tausend Tonnen Beton bildet das Besucherzentrum eine Höhlenform nach, 3000 Quadratmeter groß. Darin hat der Künstler Alain Dalis die Höhlenmalereien originalgetreu rekonstruiert, getreu den alten Techniken.
Ganz billig war das Projekt nicht. 55 Millionen Euro sollen der Staat Frankreich und die EU dafür locker gemacht haben. Dafür erhofft man sich in Zukunft zwischen 350.000-400.000 Besucher pro Jahr. Für diese gibt es natürlich auch ein Restaurant und einen Shop.
Entdeckt hatte die Höhle Jean-Marie Chauvet, nachdem die Höhlen seither benannt sind. Die echte Chauvet-Höhle liegt nur etwa einen Kilometer von der Nachbildung entfernt. Aufgrund der hohen Empfindlichkeit der Felsmalereien bleibt diese aber dem breiten Publikum verschlossen. Die Unesco hatte die Höhle 2014 zum Weltkulturerbe ernannt. Ob es einen Unterschied macht, durch eine Nachakmung zu laufen oder das Original zu sehen? Sagen wir so: sollten wir einmal dorthin kommen, werde ich ganz froh sein, dass man keine Angst haben muss, unwiederbringlichen Unikaten durch Unachtsamkeit schaden zu können. Mir geht es eher darum, den Kindern das Phänomen zu verdeutlichen, da muss es nicht das Original sein. Ob die Wirkung, die solche Dinge auf einen Menschen hat, die selbe sein wird, oder einem doch wie eine Art Steinzeit-Disneyland vorkommt, muss man wohl selbst erfahren.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 13 Euro, für Jugendliche (10-17 Jahre) 6,50 Euro. Kinder unter 10 Jahren haben freien Eintritt.