Was Kinder auf Reisen essen – und was nicht

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Geht immer: Spiegelei, Bohnen, Speck.

Das Thema Essen ist auf Reisen, speziell mit Kindern ein zentrales. Denn kaum etwas kostet mehr Nerven, als wenn sich der Nachwuchs drei Mal täglich durch die Mahlzeiten quengelt. Deshalb sollte man dem Thema Essen bei der Reiseplanung durchaus Aufmerksamkeit schenken und es in die Entscheidung miteinbeziehen.

In den ersten Jahren hatten wir das Gefühl unsere Kinder würden alles essen. Schon früh futterten Ella und Edgar Ungewöhnliches, etwa Oliven, Schafskäse, etliche Gemüse und Salate. Inzwischen hat sich die Situation gewandelt, weshalb wir bislang mit exotischen Reisezielen noch warteten.

Wir testen aber schon einmal hier. Was bei beiden gut ankam in letzter Zeit waren türkische Restaurants. Grillteller, Fladenbrot, Joghurtsoße, Oliven, Dönerfleisch – alles wurde mit Begeisterung gegessen.

Beim Mongolengrill waren die Reaktionen gemischt. Positiv ist sicher, dass sich die Kinder aussuchen können, was später gebraten wird. Beide Kinder entschieden sich ausschließlich für Fisch, überwiegend kombiniert mit Champignons. Bei den Soßen sollte man darauf achten, dass man etwas mildes erwischt. Schärfe können sie gar nicht ab. Das fängt oft schon mit Pfefferkörnern an, auf die sie zufällig einmal draufbissen.

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Hotdog, Poutine, Gingerale.

Reis, eigentlich Beilage, kann auch gerne mal zum Hauptnahrungsmittel umfunktioniert werden, gerne mit süß-saurer Soße. Auch die Minifrühlingsrollen werden gerne gegessen. Vielleicht generell nicht übel: Nach einem Büffet suchen. Dann können die Kinder wählen und auch kleinere Mengen von Unbekanntem probieren.

A la carte im Chinarestaurant funktioniert nicht sonderlich, wie wir in einem Chinesischen Restaurant am Camden Lock in London lernten. Wohl hauptsächlich, weil sich die Kinder unter den Gerichten nichts vorstellen können bzw. unsere Beschreibungen falsche Vorstellungen weckten. Aber das Personal war sehr hilfsbereit. Als die Verzweiflung groß war, brachten sie die kleinen Pfannkuchen, in die man das Fleisch der Pekingente wickelt. So musste niemand hungern.

Vorteil etwa beim Campingurlaub: Man ist selbst Herr des Geschehens und kocht oft selbst. So gab es in Kanada häufiger mal Nudeln mit Soße. Favorit von Edgar war die Alfredo’s Four Cheese Fertigsoße aus dem Glas. „Papa, das war die beste Soße, die ich je gegessen habe.“ Na toll, zumal Edgar eigentlich – von Pizza abgesehen – überhaupt keinen Käse isst.

Fisch & Chips waren auch ein Renner, gehören seither zu den Favoriten. Das kanadische Nationalgericht Poutine (Pommes mit Käse und brauner Soße) kam bei den Kindern nicht so doll an, ebenso übrigens Burger von McDonald’s. Sie scheinen doch Geschmack zu haben.

Fazit: Das richtige Essen für Kinder ist auf Reisen nicht unwichtig. Buffets eignen sich prima zum Ausprobieren.Frühstücks-Favourites: Rühr- oder Spiegelei, Toast, Croissant und der Morgen ist gerettet. Das findet man ja praktisch überall.

Sonstige Tipps, die ich aus den Weiten des Netzes zusammengetragen habe:

-China:

Dran denken, im Supermarkt kann man auf den Produkten so gut wie nichts lesen! In Restaurants wird viel Glutamat eingesetzt – wer das nicht möchte, sollte aufpassen. Für Eltern von Säuglingen: Säuglingsmilch am besten mitbringen.

-Indien:

Nur essen, was man kochen oder schälen kann. Eis, offenes Obst oder Salat besser nicht.

-Märkte sind einen gute Einkaufsquelle. Hier kann man sehen, ob die Waren appetitlich und frisch sind.

-Was essen die Einheimischen so? Ist vielleicht nicht verkehrt, das auch zu probieren!

-Zeit nehmen zum Entdecken

-Außerhalb der gewohnten Umgebung sind Kinder meist offener für Neues.

-Wasser aus Flaschen nur trinken, wenn es wirklich versiegelt war

-Wenn bei Milch Unsicherheit besteht: Zu pasteurisierter Milch greifen

-Gefrorene Lebensmittel: Seid ihr sicher, dass die Kühlkette lückenlos war?

-Nach Lebensmittel in „Bio-Qualität“ sucht man in vielen Ländern vergebens

Bei fertigen Produkten könnten man zu dem tendieren, das die kürzeste Inhaltsliste hat. Das muss zwar nichts heißen, könnte aber ein Indiz sein, dass es irgendwie „natürlicher“ ist.

Mit den Stichworten will ich keinem vermiesen, das Neue auszuprobieren, im Gegenteil. In Südafrika und Kanada haben wir beispielsweise bedenkenlos Leitungswasser getrunken und natürlich Obst gegessen. In Thailand und Malaysia (noch ohne Kinder) war das Essen in den Foodcourts immer vorzüglich; im Nachhinein betrachtet hätten auch unsere Kinder daran Spaß haben können. Auch Eis vom siffigen Straßenbüdchen kann völlig unbedenklich sein. In den allermeisten Fällen ging es uns immer prima, also: Bon Appetit!