Musikstile der Welt von A-Z

Batuku: Wahrscheinlich der erste auf den Kap Verden geborene Stil, stammt aus Santiago und ist ein ritueller Tanz mit stark afrikanischem Einfluss. Meist trägt eine Sängerin zum Rhythmus der Trommlerinnen Geschichten vor, angereichert durch bekannte Phrasen und Themen, die oft vom Chor der Trommlerinnen wiederholt werden (Finaçon). Es wird gesagt, dass der um die Hüften der Tänzerin gelegte Stoffgürtel die Fesseln der Sklaven symbolisiere. Die Trommeln werden oft ersetzt durch Plastiktüten, gefüllt mit Stoffresten und Kleidungsstücken, die zwischen die Schenkel der Trommlerinnen gepresst und geschlagen werden.

Bluebeat oder auch blue-beat ist der britische Name für jamaikanischen Ska aus dem später Rocksteady entstand was wiederum zu Reggae wurde. Jahre später folgte Raggamuffin. Ungefähr 1960 gründete Emil Shallit ein britischer Geschäftsmann dieses erste Ska-/ Reggae -Label Englands. Er gründete es aufgrund Nachfrage nach Jamaikanischer Musik durch die Einwanderungswelle aus Jamaika nach England in den 50er und 60er Jahren. Da BLUE-BEAT Anfang der 60er das einzige Ska Label war nannten die Briten den Ska “Bluebeat” bzw. “blue-beat”. Unter dem Namen Bluebeat wurden zahlreiche jamaikanische Produktionen von Prince Buster Charlie Moo Coxsone Dodd Duke Reid sowie andere Produktionen des Studio one in GB neu veröffentlicht. Ähnlich dem blue-beat nannten die Briten den neueren SKA der 2ten und 3ten Welle 2-tone, da das erste britische Label mit diesem Sound 2-tone hieß.

Ursprünglich ist „Bossa Nova“ der Name einer Bewegung, die in den späten 1950er -Jahren in Brasilien entstand und dort ihren Höhepunkt bis Ende der 1960er-Jahre hatte. In einem sehr modernen gesellschaftlichen Klima wurde in der gebildeten Mittelschicht mit neuen Formen und Ausdrucksweisen in Musik und Film experimentiert. Als erster Bossa-Nova-Song gilt Chega de Saudade, geschrieben von Antônio Carlos Jobim (Musik) und Vinícius de Moraes (Text) und bekannt geworden in der Interpretation von João. Ihr Musikstil und die Spielweise wurden sehr schnell von weiteren meistens jungen Musikern adaptiert. Den weltweiten Durchbruch erzielte die Musik mit der Verfilmung Orfeu Negro von Marcel Camus (entstanden 1958 bis 1959). Die Orpheus-Sage findet dort vor dem Hintergrund des brasilianischen Karnevals statt. Im Soundtrack kontrastiert eine Mischung aus schnellen Sambarhythmen neben sparsam arrangierten Gitarrenstücken von Luiz Bonfá und Antônio Carlos Jobim.

Cajun Music ist die jahrhundertealte traditionelle Musik der französischstämmigen und -sprachigen Bevölkerung (Acadiens oder Cajuns) in den Bayous (Flussarmen) Sümpfen und Prärien von Cajun Country das heute Acadiana heißt in Südwest-Louisiana und Ost-Texas.

Die Musik der Acadiens wurde über Generationen überliefert, es gibt bis heute keine geschriebenen Noten. Früher wurden die Lieder nur auf Violinen gespielt begleitet mit Löffeln ( Cajun spoons ) und Triangel ( tit fer Kleines Eisen) und dem Waschbrett ( frottoir ) als Rhythmusinstrumente. Deutsche Einwanderer brachten um 1880 das deutsche Melodeon (Handharmonika diatonisches Knopfakkordeon ) mit, das heute Cajun accordion heißt. Man spielte und spielt heute noch die Musik abends mit Freunden zuhause auf der Veranda und am Wochenende traf sich die Bevölkerung in großen Hallen und Schuppen zum Tanz (au bal au Fais Do-Do). In den 30er Jahren kam die Gitarre als Instrument hinzu dann der Bass das Schlagzeug später die Steelguitar der Country Music gelegentlich das Banjo aus der Bluegrass Music. Der Swing der Rock’n’Roll die Country-Musik beeinträchtigten die Beliebtheit der Cajun Music veränderten leider auch stark ihren Stil und wenn nicht Ende der 60er eine Renaissance eingesetzt hätte wäre sie sicher heute verschwunden.

Hauptsächlich sind Musik und Tänze schnelle Two-Steps und Stomps sowie langsame Walzer. Das Motto der Cajuns ist “Laissez les bons temps rouler” (Laßt die guten Zeiten rollen). Die Texte handeln vom Alltag und seiner harten Arbeit aber auch lustigen Ereignissen von Herz und Schmerz Liebe und Triebe gutem Essen dem Tanz am.

Die Kultur der Cajuns wurde in der 1950er Jahren durch den Hit “Jambalaya” (einem alten ursprünglich französischsprachigen Song über Leben Feste und typisches Essen der Cajuns) in englischer Sprache in der Country-Fassung durch Hank Williams und durch Fats Domino in der Rock’n Roll-Version weltbekannt gemacht. Später besangen u. a. auch die Carpenters mit diesem Hit die Cajun Music Cajun Country und die typische Küche.

Calypso entstand auf den britischen und französischen kolonialen Karibik-Inseln zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ist maßgeblicher in Trinidad und Tobago und den niederländischen Antillen. Die Ursprünge gehen auf afrikanische Sklaven zurück. Wechselnde Kolonialmächte brachten verschiedene Musikstile auf die Inseln. Weiterhin blieb Calypso ein Kommunikationsmedium, so dass vor über 100 Jahren Nachrichten auf Trinidad meist so verbreitet wurden. Politiker, Journalisten und die Öffentlichkeit debattierten deren Inhalte, und viele der Bewohner sahen die Lieder als zuverlässigste Nachrichtenquelle an. Die Lieder schufen einen Raum für freie Meinungsäußerung, etwa das Aufdecken von politischer Korruption. Die britischen Behörden versuchten dies durch Zensurmaßnahmen einzuschränken, was ihnen aber nicht vollständig gelang.

Ursprünglich ist der Candombe eine folkloristische Tanzbewegungsform der Afro-Lateinamerikaner in Montevideo und Buenos Aires. In Montevideo erklingen auch heute noch an jedem Samstagnachmittag die Trommeln des Candombe. Dann ziehen Gruppen von Afro-Lateinamerikanern mit einem Trommler durch die Straßen und Lokale und sammeln Geldspenden. Der Takt wird von drei Trommeln vorgegeben: piano, chico und repique. Beim Candombe stellen die Tänzer verschiedene traditionelle Figuren dar, beispielsweise den Medizinmann (gramillero), die alte Mutter (mama vieja) und den Besenschwinger (escobero).

Im Tango ist der Candombe gewissermaßen der Vorfahr der heutigen Tänze (Milonga, Tango und Vals), der besonders von den Afro-Lateinamerikanern in den Vororten, den “Arrabales” getanzt wurde. Wie die Milonga ist der Candombe im 2/4-Takt notiert, unterscheidet sich von ihr aber dadurch, dass Trommeln als Rhythmusinstrumente verwendet werden. Aufgrund des verwendeten Taktes wird der Candombe auch häufig auch als “Milonga Candombe” bezeichnet.

Der Choro ist ein brasilianischer Musikstil, der wahrscheinlich in den 1870er Jahren in Rio de Janeiro als Fusion von populärer europäischer Musik (Polka, Walzer) und der afrikanischen Musik eingeschleppter Sklaven entstand.

Coladeira oder Coladera hat sich aus Morna entwickelt, ist aber viel rhythmischer und tanzbarer. Die Texte sind lustig, humorvoll und sarkastisch. Coladeira ist beeinflusst vom karibischen Zouk sowie von dem brasilianischen Samba, so dass sehr oft auch Blasinstrumente und Keyboard-Klänge zu hören sind. Wichtige Vertreter der Morna und Coladeira sind zum Beispiel Cesária Évora, Tito Paris und Lura.

Die Conga ist ein Modetanz der 1930er- und 40er-Jahre. Er wurde aus dem „Desarrolar“ des Publikums bei einer traditionellen kubanischen Conga entwickelt und von Eliseo Grenet und der Band von Julio Cueva 1934 in Paris und 1936 in New York vorgestellt, populär aber erst, als Desi Arnaz ihn als Leiter eines Xavier Cugat-Orchesters in Miami spielte.1940 erschien die Conga erstmals in einem Musicalfilm mit einer ausgefeilten polonaise-artigen Choreographie. Viele Hollywoodfilme der nächsten Jahre enthielten die vereinfachte und auf US-amerikanischen Partys noch zu erlebende Version einer Conga Line, bei der die Tänzer sich im Gänsemarsch an den Schultern oder Hüften fassen und nach jeweils drei Schritten auf dem Schlag ihr Bein seitlich (und bei einer Notation als zwei 2/4- oder einem 4/4-Takt ein Sechzehntel vor dem vierten Schlag) anheben.

Dangdut ist einer der populärsten Stile der indonesischen Musik, der sich zu Beginn der 1970er -Jahre in Indonesien, sowie in geringerem Maß in Malaysia und Teilen der Philippinen verbreitete. Das Wort dangdut bezieht sich lautmalerisch auf den charakteristisch schaukelnden geradzahligen Takt, der mit dem Schlagzeug akzentuiert wird. Dangdut ist ein Stilmix, der seine Wurzeln in der Kolonialzeit hat. Die ersten europäischen Musikformen brachten im 16. Jahrhundert die Portugiesen mit. Daraus wurde der Kroncong, ein melancholischer Stil, der heute mit Keyboards und E-Gitarren modernisiert gespielt wird. Zeitgleich gelangte arabische Gambus-Musik nach Südostasien.

Dengbêj, kurdisch, auch dengbej, dengbij, bezeichnet in den kurdischen Regionen im Osten der Türkei einen professionellen Volksliedsänger, der nach einer alten epischen Tradition weltliche Lieder ohne instrumentelle Begleitung vorträgt. Er kann vom çirokbêj, dem Geschichtenerzähler und vom beytbêj, dem Poeten unterschieden werden. Der strophische Gesang des dengbêj verkörpert eine eigenständige musikalische Gattung innerhalb einer bis in vorislamische Zeit zurückreichenden, aus Zentralasien stammenden Erzähltradition, die in der Türkei und in Aserbaidschan vom aşık überliefert wird. In der nordwestiranischen Provinz Kordestān heißen die professionellen kurdischen Barden lavjebêj.

Dub ist eine Musik-Produktionsweise, die in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren auf Jamaika entstand. Roots-Reggae-Songs wurden als Rohmaterial verwendet, mit Effekten versehen und neu abgemischt. Heutzutage werden die dazu verwendeten Techniken von vielen Musikproduzenten verwendet, insbesondere im Bereich elektronischer Tanzmusik.

Enka  ist ein Musikgenre, das nahezu ausschließlich in Japan produziert wird und populär ist. Ebenso wie die deutschsprachigen volkstümlichen Schlager auf Elementen aus der traditionellen Volksmusik aufbauen, halten sich japanische Schlager streng an die pentatonische Tonleiter, die auch Grundlage der traditionellen japanischen Volksmusik bildet. Bei Live-Aufführungen tragen Sängerinnen meist einen traditionellen Kimono. Enka werden häufig von einem einzelnen Sänger vorgetragen. In Enka-Texten geht es häufig um die Einsamkeit, aber auch die Sehnsucht nach als exotisch empfundenen Orten im eigenen Land ist ein häufiges Motiv.

Forró ist ein brasilianischer Musik- und Tanzstil aus dem Nordosten des Landes. Er ist mittlerweile in ganz Brasilien bekannt und populär; in den Städten des Nordostens wie Fortaleza, Recife oder Natal gibt es häufige Forró-Feste, die die ganze Nacht dauern. Das Wort Forró wird sowohl als Bezeichnung für einen bestimmten Rhythmus, als auch als Oberbegriff für eine ganze Stilrichtung verwendet. Auch die Tanzfeste bei denen diese Musik gespielt wird, werden als Forró bezeichnet. Die typischerweise dominierenden Instrumente sind Zabumba, Sanfona und der Triangel.

Funaná wird mit einem diatonischen Akkordeon und einem flachen geriffelten Eisenstab gespielt, der mit einem Messer als Perkussionsinstrument gerieben wird. Entstanden auf Santiago ist dies die schnellste Stilrichtung kapverdischer Musik. Sie wird in hohem Tempo mit viel Energie und Ergriffenheit gespielt. Unter den Kolonialisten war die Aufführung dieser Musikform auf öffentlichen Plätzen verboten.

Gagaku bedeutet übersetzt so viel wie elegante Musik. So wird die Musikart genannt, die seit dem 7. bis 9. Jahrhundert (Heian-Zeit) am japanischen Kaiserhof gespielt wird. Ursprünglich stammte diese Musikform aus dem Kaiserreich China. Sie besteht sowohl aus Kammermusik als auch aus Chor- und Orchestermusik. Teilweise hat diese Musik in Japan kultische Aufgaben.

Gamelan bezeichnet sowohl eine Gruppe von Musikstilen traditioneller Musik auf Java und Bali als auch die Musikinstrumentenensembles, mit denen diese Musik gespielt wird. Die Ensembles bestehen ursprünglich aus Metallophonen mit Klangplatten aus Gongs und Trommel. Dazu kommen je nach Stil auch Angklung, Flöte, Rebab, Xylophon und Sänger und/oder Tänzer. Nur die solistisch eingesetzten Instrumente improvisieren über die Kernmelodie, die von den Metallophonen vorgetragen wird. Die Kernmelodie besteht aus Patterns, die umspielt werden. Das Zusammenklingen von Kernmelodie und Auszierung wird als „innere Melodie“ aufgefasst.

Isicathamiya ist eine Gesangstradition der südafrikanischen Zulu . Das Wort bedeutet leichtfüßig auf den Zehenspitzen gehen was Gruppen wie Ladysmith Black Mambazo auch demonstrieren. Der Isicathamiya wird von Männer-Chören praktiziert. Seine Wurzeln reichen zurück bis zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als zahlreiche Männer die Homelands verließen um in den Städten und im Bergbau Arbeit zu suchen. Um ihre Herkunft nicht zu vergessen und ihre Identität zu wahren begannen die Männer zu singen. In der Gegenwart finden an den Wochenenden Isicathamiya-Wettbewerbe in Johannesburg oder Durban statt bei denen oft 30 Chöre mitmachen.

Joropo ist ein populärer Tanz und Musikstil (auch Música Llanera) der Llanos, einer Region Venezuela. Der Joropo entstand vor ca. 300 Jahren in Venezuela und Kolumbien. In Venezuela gibt es vier Hauptrichtungen des Joropo: Central, Guayanés, Mirandino und Oriental aus den Regionen im Zentrum, im Südwesten und im Nordwesten des Landes. Die einzelnen Bestandteile des Joropo können zurückgeführt werden auf die Kamelkarawanen der Wüste, die rhythmischen Instrumente der Einheimischen Venezuelas (Maracas), auf barocke spanische Musik, Bach, Soler, auf Flamenco und afrikanische Rhythmen.

J-Pop ist eine abkürzende Schreibweise von Japanese Pop-Music oder Japan Pop und bezeichnet ein weit gefasstes musikalisches Genre, welches sich in den 1990er-Jahren in der japanischen Musikwelt etabliert hat. Der Begriff wurde von japanischen Medien eingeführt, um inländische von ausländischer Musik zu unterscheiden.

Klezmer (von aramäisch Kli und Zemer ) ist die Musik sowohl instrumental als auch vokal die zu den Hochzeitsfeierlichkeiten der aschkenasischen Juden gespielt wurde. Der Ursprung ist im Mittelalter Ost- und Mitteleuropas zu suchen. Die Musiker heißen Klezmorim. Viele Klezmer-Lieder sind in jiddischer Sprache. Seit den 1970er-Jahren findet ausgehend von den USA ein Klezmer-Revival statt. Typische Melodieinstrumente sind die Violine die Klarinette und das Zimbl. Da die Klezmer-Musik ursprünglich zu Hochzeiten gespielt wurde finden sich neben vielen Tanzstücken auch ruhigere Stücke.

Kwaito, ist ein Musikstil aus Südafrika, der sich in den 1990er-Jahren entwickelt hat. Kwaito ist eine Mischung ausverschiedenen Rhythmen des Marabi der 1920er-Jahre, des Kwela der 1950er-Jahre und Pop-Musik der 1980er-Jahre. Große Südafrikaische Musiklegenden, etwa Miriam Makeba oder Brenda Fassie haben auch den Kwaito beeinflusst. Oft werden auch Elemente des Hip-Hop, Dub, Jazz und UK House verwendet.

Kwela, auch Pennywhistle-Jive, ist die Bezeichnung einer jazzorientierten, südafrikanischen Musik aus den 1950er Jahren. Charakteristisch ist die Verwendung der Blechflöte (Pennywhistle) als Melodieinstrument.Inspiriert durch Musiker wie Lester Young, Count Basie, Cab Calloway und andere Musiker der Swing-Ära entstand in den Townships Südafrikas in den 1950er Jahren die Kwela-Musik. Sie beruht auf dem Marabi-Sound und hat einen fröhlichen Charakter. Kwela ist geprägt von einem raschen, vorandrängenden Rhythmus.

Ländlermelodien waren ursprünglich 8 Takte lang. Seit ca. 1850 gibt es auch 16-taktige Ländler, etwa in der Innerschweiz, in Bayern, in Wien und Niederösterreich, wo sie mit den älteren Achttaktern gemischt auftreten können. Das Appenzellerland und Oberösterreich wie auch der Steirische Tanz sind beim klassischen Achttakter geblieben. Der Ländler ist eng mit dem zu ihm gehörigen Tanzlied verbunden, das in verschiedenen Dialektlandschaften „Schnaderhüpfeln“, „Gstanzl“, „Lumpeliedli“ etc. heißen kann. Ebenso üblich war es, zu Ländlermelodien auf dem Tanzboden zu jodeln. Ein Großteil des alpenländischen Jodelrepertoires geht darauf zurück. Ebenso groß war der Einfluss des Ländlers auf das Liebeslied, besonders in Österreich.

Latin Jazz heißt eine Spielart des modernen Jazz, die sich vor allem durch die Übernahme von Rhythmen und teilweise auch Kompositionen aus dem Repertoire der lateinamerikanischen Musik auszeichnet. Im engeren Sinne handelt es sich vorwiegend um einen Crossover zwischen Elementen des Jazz und verschiedenen Stilen aus der Karibik, wobei wiederum der Musik Kubas eine Schlüsselstellung eingeräumt wird (Afro Cuban Jazz). Im weiteren Sinne schließt der Begriff auch Einflüsse aus der brasilianischen Popularmusik mit ein.Der Afro Cuban Jazz hat sich seit den 1940er Jahren entwickelt und zeichnet sich durch die Einbeziehung von melodische und vor allem rhythmischen Elementen aus der afro-kubanischen Musik in den Swing und den Modern Jazz. Als eine frühe Form des Latin Jazz gilt Cubop, eine Mixtur aus afro-kubanischen Rhythmen und Bebop.

Latin Rock ist die Verschmelzung von Rockmusik mit lateinamerikanischen Rhythmen. Beim Latin Rock werden Rockinstrumente mit Perkussionsinstrumenten, oft aber auch mit für die lateinamerikanische Musik typischen Piano-Riffs, wie sie z. B. im Son Cubano oder im Merengue vorkommen, kombiniert. Die Musikrichtung wurde Ende der 60er Jahren von Carlos Santana kreiert. Sie erlebte in den 1990er Jahren ein Revival und eine Kommerzialisierung, wozu Interpreten wie Ricky Martin mit einer Mischung aus Rock und Pop beitrugen. Durch Interpreten wie Control Machete, Molotov oder Resorte wurde auch eine Art Latin Hard Rock entwickelt.

 Mambo bezeichnet eine Musikart, die sich nach 1930 in Kuba entwickelt hat, und den dazugehörigen Tanz, der parallel zur Musik entstand. Den Begriff Mambo verwendete erstmals 1938 Orestes López (Israel „Cachao“ López’ Bruder) als Titel eines Stückes. Ursprünglich bezeichnete das vermutlich kreolische Wort ein „religiöses Gespräch“ (insbesondere ein Gebet) oder eine heilige Handlung. Es stammt aus dem afrikanisch geprägten Kuba. Der Mambo ist das Ergebnis der Mischung von Son und Danzón. Obwohl das oben genannte Stück den Titel Mambo trug, war es nur ein Danzón, der um einen Refrain ergänzt worden war. Den ersten echten Mambo schuf Dámaso Pérez Prado. Er benutzte den Montuno und entfernte daraus Elemente des Ritmo-Nuevo. Durch die Übersiedlung vieler Süd- und Mittelamerikaner in die USA, speziell nach New York City, während des Zweiten Weltkrieges kam es sehr schnell zu einer leichten Vermischung aus kubanischen Rhythmen und dem Jazz.

Marabi ist ein relativ junger, zeitgenössischer Musikstil, der seit Jahrtausendbeginn in Südafrika vor allem in den Townships entstanden ist

Der Maracatu ist ein brasilianischer Musikstil aus Pernambuco. Er geht auf traditionelle afrikanische Musikformen zurück und fand durch die afrobrasilianischen Sklaven Verbreitung. Durch diese Tradition ist er dem Samba verwandt. Der Maracatu ist eng mit dem Karneval verknüpft, ein Beispiel hierfür ist der Tanz Bumba-meu-boi im Landesinneren Pernambucos. In dieser Zeit war den Sklaven erlaubt, ihre Traditionen und Religion öffentlich zu leben, hier wurde nun eine Krönungszeremonie ihres Königs und der Königin zelebriert. Gesang ist ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt beim Maracatu. Der mestre, der Leiter, fungiert als Vorsänger, dem ein Chor antwortet. Im Maracatu Rural wird abwechselnd gesungen und getrommelt.

Mariachi ist die Bezeichnung für eine typisch mexikanische Musikformation aus dem Bundesstaat Jalisco und ihre Musiker. Die Mariachi-Musik ist dennoch nur eine der vielen Facetten der mexikanischen Volksmusik, die sehr regionalisiert ist. Außerhalb Mexikos ist die Mariachi-Musik die bekannteste unter den vielen mexikanischen Musiktendenzen. Mariachi-Musik wurde 2011 von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Miami Bass ist eine von schnellen elektronischen Beats geprägte Form des Hip Hop die in den 90er Jahren große Popularität erlangte. Der Stil des Miami Bass ist ein direkter Abkömmling des traditionellen Electro der 80er-Jahre, was man an den Beats des Drumcomputers TR-808 erkennen kann. Die Texte sind oft humorvoll gehalten und handeln auch oft explizit von sexuellen Themen. Von einigen Teilen der Hip-Hop-Szene wird deshalb kritisiert der Miami Bass sei wenig ” credibel” und textlich banal. Verwandt ist der Miami Bass mit den ebenfalls elektrolastigen Stilen des Ghetto Tech (Techno Bass) aus Detroit sowie mit dem brasilianischen Rio Funk . Bekannte Gruppen sind Tag Team und 2 Live Crew.

Die Morna ist wohl auf der Insel Boavista entstanden. Bekannteste Sängerin ist Cesária Évora. Die Morna ist die populärste und weit verbreitete, stark von Moll-Tonarten geprägte Musikrichtung der Kapverden in langsamem Tempo. Sie wird häufig mit dem portugiesischen Fado verglichen. Gespielt wird mit Gitarren, Cavaquinho (kleine 4-saitige Gitarre), Geige und Perkussionsinstrumenten. Die Stimmung der Morna ist melancholisch und nachdenklich, die Texte sind voller Sehnsucht, Heimweh und Verlangen, auf den Kapverden als Sodade charakterisiert.

Mugham (aserbaidschanisch: Muğam) ist eine traditionelle aserbaidschanische Form der Musik, der ein festgelegter, als modal bezeichneter Melodietyp zugrunde liegt. Zugleich bestimmt der Mugham die Art der melodischen Intervalle, den Rhythmus und die Aufführungspraxis des Sängers und seiner instrumentalen Begleiter. Mugham wird nicht in einer Notation aufgeschrieben, sondern von einer Generation an die nächste weitergegeben. Mugham wurde von der UNESCO unter die Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.

Reggae entstand Ende der 1960er Jahre unter dem Einfluss US-amerikanischer Musikrichtungen wie Soul, R&B, Blues, Country und Jazz, die in Jamaika über das Radio empfangen wurden, aus seinen unmittelbaren Vorläufern Mento, Ska und Rocksteady. Er entwickelte sich seitdem zu einer der bedeutendsten Richtungen der populären Musik. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Reggae“ ist unklar. Manche – darunter Bob Marley – leiten es von dem lateinischen Wort rex (König) ab und behaupten, es heiße soviel wie „Musik des Königs“ (siehe auch Rastafari). Andere erklären es wesentlich weniger majestätisch als Ableitung von streggae, einem jamaikanischen Slang-Wort für ein leichtes Mädchen. Wie auch immer – der erste Reggae-Titel, in welchem dieses Wort vorkommt, war Do the Reggay (1968) von Toots and the Maytals, der erste als eigentlicher Reggae-Song geltende ist People funny boy (1968) von Lee ‚Scratch‘ Perry.

Der Begriff Muzak ist eine lautlich veränderte Version des englischen Worts für Musik. Damit wird Musik bezeichnet deren einziger Zweck die Vermeidung von Stille ist und die gewöhnlich in Fahrstühlen Kaufhäusern Hotels und manchen Arbeitsumgebungen mit meist re-arrangierter Musik zur Dauerberieselung eingesetzt wird. Muzak ist als Kunstwort eine Analogiebildung zu Kodak und bezeichnete ursprünglich das technische System mit dem die Musik Anfang des 20. Jahrhunderts in die jeweiligen Plätze übertragen wurde. Inzwischen gilt Muzak als der amerikanische Inbegriff der funktionellen Musik und ist nach der amerikanischen Firma Muzak Inc. benannt. Der funktionale Aspekt -die Förderung der gewünschten Stimmungen und Motivationen in der jeweiligen Umgebung- steht immer mehr im Vordergrund so dass andere Aspekte dieser Musikform praktisch keine Rolle mehr spielen. Durch diese konsequente Ausrichtung hat sich Muzak eine abwertende Nebenbedeutung zugelegt. Muzak wird häufig gezielt für diese Anwendungen produziert es kommt aber auch vor dass Musik die mit einer anderen Motivation komponiert wurde als Muzak eingesetzt wird. Ein bekanntes Beispiel sind “Die Vier Jahreszeiten” von Antonio Vivaldi genannt.

Ragga oder Raggamuffin ist eine besonders auf Jamaika verbreitete Spielart des Reggae. Hauptmerkmale sind der meist im Patois gehaltene und auf wenige Töne beschränkte Sprechgesang und der basslastige Rhythmus.

Reggaeton ist eine Musikrichtung, die sich aus Reggae, Dancehall, Hip-Hop, Merengue, lateinamerikanische Musikrichtungen und elektronischer Tanzmusik entwickelt hat.

Der Begriff Raï ist mehrdeutig. Im Arabischen bedeutet das Wort „ra’y“ so viel wie Meinung, Sichtweise oder Standpunkt, aber auch Ratschlag, Gedanke, Entscheidung, Plan oder Ziel. In einem speziellen Kontext verweist der Begriff hier auch auf den Rat eines Cheikh aus der Tradition des Melhoun.

Das Rembetiko (griechisch το ρεμπέτικο) ist ein griechischer Musikstil der aus den Volksmusiktraditionen Griechenlands und der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Städten Athen, Piräus und Thessaloniki bildenden Subkulturen hervorgegangen ist. Das Rembetiko wird auch oft auch als der griechische Blues bezeichnet weil die Texte ähnlich wie im Blues von den alltäglichen Sorgen und Erfahrungen der einfachen Leute handeln. In den Anfängen seiner Entstehung wurden Rembetika nur von den in Piraeus lebenden Rembetes und von den Flüchtlingen gespielt die im Jahr 1922 dem Jahr der so genannten kleinasiatischen Katastrophe aus Smyrna und Kleinasien in das Mutterland geflohen waren. Später entwickelte sich daraus eine der populärsten Musikformen Griechenlands. Hauptinstrumente sind das Bouzouki der Baglamas oder Tsouras die Gitarre das Santur und die Geige . Die bekanntesten Vertreter des Rembetiko sind Markos Vamvakaris und Vassilis Tsitsanis. Der bekannte Sänger Grigoris Bithikotsis kommt ebenfalls aus dieser Tradition und wurde nachhaltig durch die Zusammenarbeit mit Mikis Theodorakis populär; dadurch hörten weite Kreise in Griechenland die traditionelle Rembetiko-Musik.

Rocksteady bezeichnet den in Jamaika vorherrschenden Musikstil zwischen Mitte 1966 und Mitte 1968. Rocksteady entwickelte sich aus dem Ska. Als Auslöser für diese Weiterentwicklung wird oft eine Hitzewelle und die aufkeimende Gewalt der Rude Boys in den Danchalls genannt. Der Beat wurde verlangsamt, um das Tanzen weniger anstrengend zu machen und die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Wahrscheinlicher ist jedoch der schlichte Umstand, dem schnellen Ska einen damals neuen Stil entgegenzusetzen, der dem Bassisten mehr Raum für komplexere und melodiösere Basslines gab. Der Rocksteady ging dann seinerseits in den Reggae, bzw. in dessen Frühphase, den Early Raggae, über.

Gemeinsamkeiten zwischen Ska, Rocksteady und Reggae sind die starke Akzentuierung der „und“ Zählzeiten durch die Rhythmusinstrumente (E-Gitarre und Klavier, der sogenannte afrikanide „off-beat“.

Rio Funk oder einfach nur Funk nennt man in Brasilien eine in den 90er Jahren sehr populär gewordene Form des Hip Hop die vor allem die Musik der Schwarzen und Slumbewohnern der Grosstädte Rio de Janeiro und São Paulo geworden ist. Die Stilrichtung entstand in den 90er-Jahren aus der Miami Bass-Musik der USA einem schnellen von elektronischen Beats gekennzeichneten Spielform des Hip Hop. Im Unterschied zum Miami Bass legten die brasilianischen “Funkeiros” unter den typischen Sound des Drumcomputers TR-808 auch traditionelle afrikanisch beeinflusste Trommelrhythmen. Die Texte handeln noch expliziter als im amerikanischen Gangsta Rap von Sex Drogen und Kriminalität und sind oft sogar gewaltverherrlichend. Die Musik wurde vor allem wegen der oft in Massenschlägereien ausartenden “Bailes do Corredor” schnell berüchtigt. Die Bailes do Corredor wurden nach einigen Todesfällen während dieser Veranstaltungen verboten. Der Beliebtheit des Musikstils tat dies aber keinen Abbruch.

Skiffle – The Story Of Folk Song With A Jazz Beat” war der vielsagende und treffende Titel des ersten 1958 erschienenen Buches über Skiffle ( England Autor: Brian Bird Verlag: Robert Hale Limited ). Skiffle Musik basiert auf Einflüssen der anglo-amerikanischen wie afro-amerikanischen Folk Country- Blues- und Jazzmusik und wurde um 1953/54 von Musikern wie Ken Coyler Chris Barber Alexis Korner und Lonnie Donegan in Großbritannien bekannt gemacht. Als Lonnie Donegan 1956 seinen ersten Hiterfolg mit dem Titel Rock Island Line hatte begann der zweijährige Skiffle Boom der in Großbritannien eine Vielzahl von Teenagern zur Gitarre und zum Waschbrett greifen ließ. Obwohl Donegans Band ab 1956 mit der gleichen Standardinstrumentierung wie die Rockbands z.B. Elvis Presley auftrat – Rhythmusgitarre/Leadgesang Leadgitarre Kontrabass Schlagzeug – begannen die Teenager dem Beispiel der amerikanischen Jugbandmusic der 20er Jahre folgend neben dem Waschbrett auch weitere “none-instruments” wie Jug (Krug) tea-chest-bass (Teekistenbass) Kazoo usw. einzusetzen.

Soca ist eine Musikrichtung auf den karibischen Inseln, welche Anfang der 70er Jahre in Trinidad und Tobago aus der Verknüpfung von Calypso mit indischen Rhythmen entstanden ist. Als Ursprung des Wortes „Soca“ wird heute oft die Formulierung „Soul of Calypso“ oder (seltener) die letzte und erste Silbe von Calypso“ angegeben; tatsächlich war die ursprüngliche Schreibweise „Sokah“ (ein Verweis auf die Hindi-Musik), ehe sich Mitte der siebziger Jahre die heutige Schreibweise etablierte. Als erstes Soca-Stück gilt „Indrani“ (1973) von Lord Shorty (später Ras Shorty I).Soca zeichnet sich im Vergleich zu Calypso durch ein höheres Tempo und stärkere Betonung auf perkussive Elemente aus. Wie auch Calypso ist Soca eng an die karibische Karneval-Kultur gebunden. Neue Musik wird hauptsächlich saisonal veröffentlicht, zeitnah zum jeweiligen Landes-Karneval

Der Son auch son cubano ist ein Musikstil aus Kuba der sich seit den zwanziger Jahren des 20sten Jahrhunderts entwickelte und heute zu den bekanntesten Musikstilen Kubas zählt. Ursprünglich im Osten Kubas entstanden gelangte der Son bald in die Hauptstadt Havanna und entwickelte sich dort weiter. Vor allen Dingen ist der Son durch den Film Buena Vista Social Club in Europa bekannt geworden.

Soukous, auch Rumba Lingala; ist ein ursprünglicher Musikstil der traditionellen afrikanischen Musik aus der Kongo-Region. Der Soukous beeinflusste vor allem den Merengue in der Dominikanischen Republik. Seine Ursprünge liegen in den 1930er- und 1940er-Jahren. Nach 1960 wurde der Begriff Soukous auch für einen in ganz Afrika sehr populären afrikanischen Tanz verwendet, der auf eine für Afrika spezifische Variante des Rumba getanzt wurde.

Im englischsprachigen Westafrika wird der Soukous als Congo Music bezeichnet. In Kenia, Uganda und Tansania wird der Begriff Lingala verwendet, als Hinweis auf die im Kongo verbreitete Handelssprache Lingála. Als Kwassa Kwassa und N’dombolo werden verschiedene Stilarten des Soukous bezeichnet, mit denen auch eigene, für die jeweilige Zeit typische Tänze verbunden sind. Der Begriff Soukous wird insbesondere in Afrika, in der Karibik und in Europa für Musik kongolesischen Ursprungs verwendet, ist jedoch im Kongo selbst nicht verbreitet. Als Sammelbezeichnung für die unten beschriebenen Stile wird dort der Begriff Rumba congolaise verwendet.

Taarab-Musik (auch: Tarabu und Twarab) wird eine Kombination aus afrikanischen, arabischen und indischen Musikelementen bezeichnet, die sich auf Sansibar entwickelt hat. Der Musikstil ist dort und entlang der Küste von Tansania und Kenia verbreitet. Zentren der Taarab-Musik sind Sansibar, Mombasa, Daressalam und Tanga. Taarab ist außerdem in den Städten des tansanischen Festlands und auf den Komoren verbreitet. Der erste Höreindruck von Taarab-Musik weckt oft mehr Assoziationen an arabische oder orientalische Musik als an afrikanische Tanzmusik. Taarab sollte nicht mit Tarab, einer besonderen Stimmung der improvisierten gesungenen klassischen- und populären arabischen Musik verwechselt werden.

Türkü ist eine türkische Volksmusik-Richtung. Je nach Art seiner Sprüche, wird sie auch ninni, ağıt, deyiş, hava genannt. Religiöse und philosophische Volkslieder nennt man auch Tekke. Türkü sind in der Türkei noch sehr beliebt und werden gelegentlich auch von modernen Popsängern gesungen. Wichtigstes Instrument ist die Saz.

Unter Vozes (Stimmen) versteht man mehrstimmige A-cappella-Kompositionen mit afrikanischem Ursprung.

Diese Liste wird ständig erweitert. Hinweise und Anregungen immer gerne!