CD: Ana Leman, „About Dreams“

Auf manche Neuerscheinung wartet man ziemlich ungeduldig. So ging es mit mit dem neuen Album der Münchener Sängerin Ana Leman. Denn ich hatte das Glück, sie und ihre Band vor einiger Zeit einige Male in einem winzigen Club in Frankfurt live erleben zu dürfen. „About Dreams“ lautet der Titel des Langspielers, der dritte; Und irgendwie auch die logische musikalische Weiterentwicklung. Nach dem barjazzigen Album „Moonhours“ und dem chansoninspirierten, überwiegend deutschsprachigen Album „Spuren“ öffnet sich Ana Lemans Spektrum noch weiter. Was „About Dreams“ zu einem sehr vielseitigen facettenreichen Album macht.

Klar, der schwerpunkt liegt auf dem Jazz, der Hausdisziplin der Sängerin, mit der „filzig-samtenen Stimme“, wie es einmal ein Kollege treffend formulierte. So leichtfüßig, wie sie zwischen Englisch und Deutsch wechselt, so spielerisch leicht vermag es Ana Leman die Spielarten ihrer Stücke zu wechseln. Jazz, Chanson, anspruchsvoller deutscher Schlager mit hin zu vielschichtigen, aufwendig arrangierten musicalesquen Stücken reicht das Spannbreite, die sie übrigens auch ganz problemlos auf die Bühne bringt.

Kein Wunder – nicht nur ist die Sängerin genetisch vorbelastet. Ihr Vater war ein Opernsänger, ihre Mutter Tänzerin an der klassischen Bühne. Somit war die Liebe zur klassischen Musik naheliegend. Während der Schulzeit verflüchtigt sich jedoch der Gedanke, ein klassisches Studium zu absolvieren. Sie macht eine Ausbildung zur Maskenbildnerin an der Staatsoper in München. Während dieser Zeit entdeckt sie nach und nach die Liebe zum Jazz und Impressionismus. Satie, Debussy, Ravel ….und Jazzgrößen von Ella Fitzgerald bis Diana Krall…..beeinflussen ihre weitere musikalische Arbeit. Sie finanziert sich, als freie Maskenbildnerin, ihr privates Gesangsstudium. Nach und Nach ersingt sie sich ihren Platz in der Münchner Jazzszene und etabliert sich spätestens nach der Veröffentlichung ihres ersten Albums „moonhours“ 2006 auch als Komponistin und Texterin.

Und als solche kann mansie durchaus zu den vielversprechendsten Musikerinnen Deutschlands zählen. Stimmlich kann sie es mit allen aufnehmen, die sich derzeit auf dem deutschsprachigen Markt tummeln:  ob Anna Depenbusch, Kitty Hoff oder Ina Müller.

Unterstützt wird Ana Leman von ihrer Band, eine eingespielte Combo, bestehend aus hervorragenden Einzelmusikern. Zur Stammbesetzung gehören Josef Ressle (piano), Alex Czinke (guitar), Harald Kuhn (tp, flgh), Chris Lachotta (bass), Wolfgang Peyerl (drums), Janine Schrader (fl), Eugen Bazijan (cello). Nicht zu aufwendig instrumentalisiert, geben sie der Stimme Lemans den  idealen musikalischen Rahmen. Das passt perfekt zusammen. Sehr gelungenes Album.