CD: Crystal Pasture, „Kajüte“

Ja was denn nun – Polka? Folk? Rock? Dorfmusik? Irgendwie von allem etwas hat die Band Crystal Pasture zusammengerührt. Und herausgekommen ist das neue Album mit dem Namen „Kajüte“. Es ist schon eine ganz besondere Mixtur der Band aus –na, hättet ihr es geahnt – Ostwestfalen. Aber vielleicht ist es gerade dieser provinzielle Charme, den sie sehr selbstbewusst inszenieren und pflegen, der das Album hörenswert macht. Es braucht eine ganze Weile, bis man die Linie der Formation herausgehört hat und sich darauf einlassen kann. Den Crystal Palace schlagen Haken, dass es eine wahre Freude ist. Musikalisch mit Geige, Klarinette hält der Balkan einzug, bis hin zum Klezmer. Diverse Gebläse sorgen für Tempo und alpenländische Akzente. Dazu erklingt noch so ziemlich alles andere, was man zupfen, streichen, schlagen und hämmern kann – und was die Finger und Lungen der vielköpfigen Band hergeben.

So bunt und breit gefächert das klangliche Element ist, umso wenig steht dem das rhythmische nach. Stanpfend im Zweivierteltakt kommt die Polka daher; oder treibend leichtfüßig als Ska. Rock fehlt nicht und wer genauer hinhört, wird noch Spuren von Indie oder Folk vernehmen – und „Kajüte“ ziemlich kurzweilig machen. Es ist übrigens das zweite Album der Combo, die sicherlich einen famosen Live-Act abgibt.