Princess K-Shu: Reggae mit Wurzeln in Kolumbien, Frankreich und Marokko

Die Voraussetzungen sind perfekt: von Geburt aus vereint die Sängerin Princess K-Shu ein wenig Südamerika, Frankreich und Nordafrika – eine aufregende Melange, wenn es um Musik geht. Und darum geht es K-Shu ja auch. Seit mehr als zehn Jahren ist sie auf den Bühnen Frankreichs unterwegs und präsentiert ihren ganz speziellen Reggae-Sound.

Geboren wurde die Musikerin in Paris, als Tochter eines in Marokko geborenen Franzosen und einer Kolumbianerin.  Aber nach ein paar Monaten zog sie nach Kolumbien. Dort lebte sie sieben Jahren, ehe sie nach Paris zurückkehrte. „Ich wuchs auf irgendwo zwischen Cali Bogota, Paris und Montpellier. Jetzt lebe ich in Paris“, erzählt sie im Gespräch mit dem INSIGHT Worldmusic Magazine.

Ihre musikalische Ausbildung begann früh. Mit acht Jahren lernte sie ganz klassisch Klavier am „Conservatoire Classique“. Später studierte sie an einer Latin Jazz School und einer Schule für elektronische Musik in Montpellier. Dazwischen sang sie einige Jahre in russischen Chören und Gospelchören. Weitere wichtige Einflüsse lernte sie auf Reisen kennen. „Auf verschiedenen Reisen lernte ich die Theorie griechischer und indischer Musik kennen“ ,sagt sie. Aber viel wichtiger als alle Theorie ist für sie der Groove. „Egal, welche Musik ich mache; das ist derschwarze Teil meiner Persönlichkeit, denn ich bin halb weiß und halb schwarz, obwohl ich blond bin.“ Auf Spanisch nennen sie die Menschen „K-Shu la Mona“. Von diesem Teil kommt sie nicht los, will sie auch nicht. „Ich werde damit sterben“, sagt sie.

K-Shu lernte das Leben in Kolumbien und Frankreich kennen. „Der größte Unterschied zwischen Frankreich und Kolumbien ist natürlich die Sonne, das allgegenwärtige Lächeln und das natürliche Gefühl für Musik“, erklärt sie. „In Frankreich vermisse ich diese drei Dinge sehr.“ Aber Frankreich ist auch wunderbar, es ist das Land der Dichtung. „Ich liebe meine beiden Länder – mein Herz schlägt kolumbianisch, mein Kopf tickt französisch, wenn was überhauptmöglich ist“, lacht sie.

K-Shu vereint in ihrer Musik die unterschiedlichen Einflüsse ihrer Persönlichkeit. Dazu gehört auch, dass sie Lieder teilweise auf Spanisch singt, was bei den Franzosen nicht immer so gut ankommt. Besonders ihre Reggae-Stücke singt sie in Spanisch.

Französische Reggae-Fans mögen jedoch vor allem Reggae von Jamaika oder von den französischen Antillen. Langsam aber sicher würden die Menschen jedoch beginnen, Gefallen an ihrer Musik mit latin Vibes, Soul und Hiphop zu finden. „Denn ich bin nicht nur eine Reggae-Sängerin, aber vor allem das.“ Aber vielleicht öffneten sich auch die französischen Reggae-Fans allmählich für neue Einflüsse.

In Europa sieht Princess K-Shu ein großes Potenzial für eine europäische Richtung der Reggae-Musik. „Das ist sicher das Ergebnis, dass in Europa viele Kulturen aufeinandergetroffen sind, die früher durch koloniale Politik unterdrückt worden waren“, sagt K-Shu. „Doch die Message des Reggae ist nicht nur gesellschaftskritisch – sie ist voller Liebe und Hoffnung. Wenn du als Nigerianer in Berlin lebst, oder als Brasilianer in Lissabon oder als Kolumbianer in Paris – sie alle können sich ganz natürlich durch Reggae-Musik ausdrücken. Außerdem lieben auch viele Europäer den Reggae.“ Das Ergebnis ist ein europäischer Reggae-Stil.

Ihr erstes Album veröffentlichte K-Shu im Jahr 2002 unter dem Titel „De la Naturaleza“. Danach waren Songs von ihr auf diversen Compilations zu finden, immer wieder angekündigt als Independent-Künstlerin. „Es ist nicht einfach, ein Album zu finanzieren“, sagt sie. Dennoch produzierte sie die Alben #1,#2 und #3. Außerdem ist die rührige Musikerin auf mehr als 20 weiteren CDs zu finden. Zurzeit arbeitet sie an #4 einem weiteren Reggae-Album mit latino Partnern. „Mit etwas Glück finde ich einen professionellen Produzenten für ein richtiges Album. Diesen Sommer will sie, die sich selbst als 2Soldier oft he Sun“ bezeichnet in Paris an weiteren Songs arbeiten. Und eines versichert sie: Es wird bestimmt etwas Nettes dabei herauskommen.

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