Virtuose auf der Ukulele: Jake Shimabokuro

Für den Hawaiianer Jake Shimabukuro ist die Ukulele (hawaiianisch für “hüpfender Floh”) eines der unterschätztesten Instrumente. Er nennt es“Underdog instrument“. Schließlich ist es aus seiner Sicht das Instrument des Friedens, sagt er in einem Videoclip, in dem er auf der kleinen Gitarre das opulente „Bohemian Rhapsody“ von Queen spielt – und die Zuschauer verblüfft.

Was den Underdog-Charakter betrifft, mag er durchaus recht haben. Die Ukulele wird häufig als Jux-Instrument für Comedy- und Slapstick-Einlagen a la Stefan Raab benutzt. Aber nur wenig wissen, dass etwa Pearl-Jam Sänger Eddie Vedder ein veritabler Ukulelist ist, der 2011 ein ganzes Album auf dem Instrument einspielte. Auch in Deutschland fristet die Ukulele eher ein Randdasein, obwohl es auch hier durchaus ernst zu nehmende Musiker gibt, denke man an die Frankfurterin Preslisa, die sich den Filmhits von Elvis Presley verschrieben hat.

Nun gut, nun mag man denken, dass die Ukulele für den Hawaiianer das ist, was für den irischen Schafhirten die Tinwhistle – irgendwie scheint die Beherrschung des Instruments genetisch bedingt zu sein. Und so ähnlich war es in Shimabukuros Fall tatsächlich. Als er vier Jahre als war, drückte ihm seine Mutter seine erste Ukulele in die Hand – die ihn prompt faszinierte.

Es ist wohl keine Anmaßung, Jake Shimabukuro (geboren am 3.  November 1976 in Honolulu, Hawaii), in der Kategorie “virtuos” einzuordnen, der über eine komplexe Fingerfertigkeit verfügt. So komplex, dass er es selbst mit den 70er-Jahre Glamrockern Queen problemlos aufnimmt. Aber auch der Jazz liegt ihm durchaus. So kam es auch gar nicht allzu überraschend, dass Jake mit Anfang 20 gleich aufhorchen ließ. Als Mitglied des Trios „Pure Heart“, gemeinsam mit Lopaka Colon (Percussion) und Jon Yamasato (Gitarre).

Damals arbeitete Shimabukuro, dessen japanisch klingender Name auf eine japanisch-amerikanische Familie zurückgeht ,die in fünfter Generation auf Hawaii lebt, ganz klassisch in einem Musikladen in Honolulu. Gleich mit dem ersten Album räumten sie ab: vier Na Hoku Hanohano Awards – den hawaiianischen Grammy – räumten die Jungs ab: für das zeitgenössische Album des Jahres, Bester Act des Jahres, Beste Newcomer und bestes Album des Jahres. Das war 1998.

Und so ähnlich sollte es weiter gehen. Auch der Album-Nachfolger “Pure Heart 2” wurde im darauffolgenden Jahr zum Album des Jahres. Danach stieg Yamasato aus – wovon Shimabukuro und Colon aus einem Zeitungsinterview erfuhr.

Als Band „Colon“ machten sie weiter, benannt nach dem bekannten Perkussionisten Augie Colon, Lopakas Vater. Als neuer Gitarrist stieß Guy Cruz hinzu, der jüngere Bruder von Ernie Cruz jr. Und John Cruz, Gründer der Band „Kaáu Crater Boys“, einer Combo, die „Pure Heart“ stark beeinflusst hatte. Nachdem auch „Colon“ Preise gewann, entschied sich Shimabukuro eine Solokarriere einzuschlagen.

Dass es weiter Preise regnen wird, scheint dabei absehbar. Jake ist für die diesjährigen Na Hoku Hanohano Awards in drei Kategorien nominiert: Single of the Year – „Amazing Grace“, Instrumental Album of the Year – „Peace Love Ukulele“, and Favorite Entertainer of the Year. Der Preis wird am 27. Mai im Convention Center auf Hawaii vergeben.

Als Solomusiker arbeitete Shimabukuro mit vielen Musikern zusammen, unter anderem der “Coral Reefer Band” oder Bette Midler. Außerdem nutzt Jake seine Popularität für soziale Projekte. Er ist Sprecher der Organisation „Music is Good Medicine“ , die in Schulen, Altenheimen und Krankenhäusern für den Einsatz von Musik für therapeutische Zwecke wirbt.

Web:

 www.jakeshimabukuro.com